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Leserbrief

Der Mittelstand zahlt die Rechnung

Zur Abstimmung über die Individualbesteuerung vom 8. März

Die Individualbesteuerung wird als gerecht dargestellt, benachteiligt in Wirklichkeit aber den Mittelstand. Profitieren würden vor allem kinderlose Doppelverdiener mit sehr hohen Einkommen, während normale Familien mit mittleren Einkommen stärker belastet werden. Besonders betroffen sind Haushalte, in denen ein Elternteil zugunsten der Kinder das Arbeitspensum reduziert hat – ein im Mittelstand weitverbreitetes Modell. Für sie bedeutet die Reform eine neue faktische «Familienstrafe».

Der höhere Kinderabzug bringt oft keine echte Entlastung, da er bei ungleicher Einkommensverteilung verpufft. Am Ende bleibt weniger Geld übrig. Unverständlich ist, dass ausgerechnet jene belastet werden sollen, die das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden. Der Mittelstand kämpft bereits mit steigenden Mieten, Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten und soll nun zusätzlich ein ideologisches Experiment sowie ein teures Bürokratiemonster finanzieren.

Auch das Versprechen der Vereinfachung hält nicht stand: Ehepaare müssten künftig zwei separate Steuererklärungen ausfüllen, Vermögen und Abzüge künstlich aufteilen. Das schafft Mehraufwand, Unsicherheit und Konflikte. Bezahlt wird dieser administrative Ausbau von uns allen – durch höhere Kosten und einen aufgeblähten Staat. Es braucht echte Entlastung für Familien und den Mittelstand, nicht diese ungerechte Vorlage. Deshalb am 8. März ein überzeugtes Nein in die Wahlurne.

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