FDP-Kantonsrat Reto Keller schreibt in seinem Leserbrief, unser Kanton habe tiefere Krankenkassenprämien als die meisten anderen Kantone, und deshalb reiche es, wenn Schwyz nur das vom Bund vorgegebene Minimum an Prämienverbilligung bezahle.
Er erwähnt nicht, dass unsere Wohnkosten zu den höchsten der Schweiz gehören oder dass die Bevölkerung des Kantons Zug – welcher ebenfalls zu viel Eigenkapital besitzt – noch deutlich tiefere Prämien hat. Zug zahlt aber trotzdem wesentlich mehr Geld an die Prämienverbilligung und an die Gesundheitskosten seiner Bevölkerung. Ganz anders der Schwyzer Kantonsrat: Er hat ein weiteres Mal den Steuerfuss gesenkt und will nur das vom Bund vorgegebene Minimum an die Prämienverbilligung bezahlen. Anstatt einen vierstelligen Beitrag an die hohen Prämien zu zahlen, bekommt nun eine vierköpfige Familie 50 oder 80 Franken Steuerermässigung.
In einem Punkt hat Reto Keller recht: Mit mehr Prämienverbilligung verändern sich die Ursachen der ständig höheren Gesundheitskosten tatsächlich nicht. Leider schafft es das Parlament in Bern nicht, die herrschenden strukturellen, politischen und wirtschaftlichen Interessen in der Gesundheitspolitik zu durchbrechen und endlich Einsparungen zu erzielen. Sollen deshalb die Prämienzahlerinnen und -zahler mit den ständig höheren Kosten im Regen stehen gelassen werden, wie Keller schreibt?
Die Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien stellen für die Schwyzer Bevölkerung seit Jahren die grösste Sorge im Sorgenbarometer dar. Das System der Prämienverbilligung ist korrekt, anerkannt und hat sich in der Vergangenheit bewährt, erst recht in Anbetracht der hohen Steuerkraft und der 900 Millionen Franken Eigenkapital.

