Dieser Artikel erinnert mich an Radio-Gewinnspiele, bei denen man ein bestimmtes Wort nicht sagen darf – sonst verliert man. Sehr geehrter Herr Gick: Ihr letzter Satz suggeriert, die «meteorologische Berg- und Talfahrt» gehöre zum kontrastreichen mitteleuropäischen Sommer. Das greift zu kurz. Der Juni lag stellenweise deutlich über dem langjährigen Mittel – das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Trends.
Ursache dafür sind steigende Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Ohne sie gäbe es auf der Erde Minusgrade und kein Leben. Doch wenn innerhalb weniger Menschengenerationen der Kohlenstoff von mehr als der Hälfte aller fossilen Lagerstätten in die Atmosphäre eingebracht wird, erwärmt sich das Klima in einer Geschwindigkeit, die es in der Erdgeschichte noch nie gab. Wenn wir uns als Verursacher der zunehmenden Wetterextreme dem ernsten Blick in den Spiegel verwehren, können wir uns auch nicht ändern. «Das haben wir schon immer so gemacht» wird so zur Lebenslüge.

