Die Pläne für einen grösseren Bikepark im Gebiet Handgruobi/Mythen sehe ich kritisch. Mountainbiken gehört selbstverständlich in unsere Bergwelt, und an Orten wie der Lenzerheide funktionieren entsprechend ausgebaute Anlagen durchaus. Dort bestehen jedoch bereits eine intensive touristische Nutzung und die notwendige Infrastruktur. Solche Gebiete sind seit Jahren klar auf einen ganzjährigen Freizeitbetrieb ausgerichtet.
An der Ibergeregg sind die Voraussetzungen andere. Gerade der vergangene Winter hat gezeigt, dass auf eine lange Schneebedeckung keineswegs mehr Verlass ist. Künstlich angelegte Trails, Anlieger, Sprünge und Böschungen wären damit über lange Zeit Regen, Frost und Tauwetter ausgesetzt. Wo Wasser auf stark beanspruchten und modellierten Boden trifft, ist Erosion eine reale Gefahr.
Hinzu kommt, dass Handgruobi und Ibergeregg ihren Wert gerade darin haben, dass sie noch überwiegend Berg-, Alp- und Wandergebiet sind. Genau dieser Charakter macht die Gegend attraktiv. Man sollte deshalb sehr genau überlegen, ob zusätzliche technische Freizeitinfrastruktur diesen Wert wirklich erhöht – oder ihn langfristig schmälert. Mountainbike-Angebote ja, aber mit Augenmass und am richtigen Ort. Nicht jede Skiliftanlage braucht auch noch einen Bikepark.
