Die tragischen Ereignisse von Crans-Montana werden (auch) schamlos zur Profilierung ausgenutzt. In der «NZZ» wärmt Peter Bodenmann, ehemaliger SP-Präsident und Vater der SP als Intellektuellenpartei, ein altes Rezept auf: die Verstaatlichung der Gebäudeversicherung. Er will den Lesern weismachen, das Unglück in der Silvesternacht wäre verhindert worden, wenn das Wallis vor einem halben Jahrhundert seiner Idee gefolgt wäre und die Feuerversicherung dort in einer Monopolanstalt verstaatlicht worden wäre.
Abgesehen von der Tatsache, dass die Tragik in Crans-Montana nur zu einem kleinen Teil mit Sachschäden zu tun hat: Wenn die Brandkontrolleure und deren Aufsicht versagt haben, wenn Barbetreiber sich um die Sicherheit zu wenig kümmern, ist das schlicht und einfach Führungsversagen. Laissez-faire funktioniert in keinem System.
Irreführende Aussagen lassen den Schein von Glaubwürdigkeit aufkeimen: Unter den Gustavo-Kantonen (das sind die Kantone mit privater Feuerversicherung) gibt es solche mit – zum Beispiel Schwyz – und solche ohne – zum Beispiel Wallis – Obligatorium. Auch wo kein Obligatorium besteht, schauen die kreditgebenden Banken peinlich darauf, dass die Objekte genügend versichert sind. Dass sich die privaten Versicherungen auch in diesen Kantonen auf eine funktionierende Feuerpolizei verlassen, versteht sich von selbst. Was soll denn besser werden, wenn Versicherer und Brandkontrolleure in der gleichen staatlichen Firma arbeiten, sich in der Cafeteria und beim Weihnachtsapéro zuprosten? Wie würde das dem «Süühäfele und Süüdeckele» entgegenwirken? Das weiss wohl nicht einmal Bodenmann selbst. Danke den Schwyzer Feuerinspektoren für ihre gute Arbeit!

