Das Aha-Erlebnis war gross, als wir im «Boten» vom 3. Juli den Briefkasten-Artikel gelesen haben. Es erging uns im Sommer 2018 nämlich sehr ähnlich. Nachdem wir mit einem Zettel am Briefkasten – zuhanden des Briefträgers – reklamiert hatten, dass doch die Post bitte etwas sorgfältiger eingeworfen werden sollte, um von uns nicht verknittert herausgenommen werden zu müssen, wurden wir von der Post postwendend schikaniert und zu neuen, genormten Briefkästen für unser Dreifamilienhaus gezwungen.
Die Post befahl uns noch in derselben Woche, genormte Briefkästen zu montieren, mit gleichzeitiger Versetzung an die Strassenfront (Distanz fünf Meter). Nach Kontaktaufnahme mit der Poststelle Schwyz wurde uns erklärt, dass diese Massnahme nichts mit unserer Reklamation zu tun habe. Der Grund dafür sei die Norm unserer Briefkästen, die nicht stimme (Differenz zu den alten, sowohl in der Breite als auch in der Länge: je ein Zentimeter. A4-Einwürfe sind auch in die alten Briefkästen kein Problem). Es handle sich keineswegs um persönliche Schikane. Diese Massnahme gelte sowieso bald für unser ganzes Quartier.
Komisch nur, dass bis heute, acht Jahre danach, noch viele unserer Nachbarn die Post in ihre alten Briefkästen erhalten. Dass die Versetzung an die Strasse für unser Dreifamilienhaus nicht zwingend ist, stellten wir bei einer genaueren Recherche fest. Die Drohung aber, dass uns die Postlieferung bei Nichtbefolgen der auferlegten Massnahmen künftig versagt bliebe, veranlasste auch uns, auf eigene Kosten neue Briefkästen zu kaufen.
Da die alten in die Hausfront integriert sind und nicht beseitigt werden konnten, «zieren» nun sechs Briefkästen unser Dreifamilienhaus. Ausser dem Post-Briefträger ist keinem Zulieferer klar, wo allfällige Sendungen eingesteckt werden sollen. Sinn oder Unsinn, das bleibt die Frage.

