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Leserbrief

Abgewiesene Asylbewerber

Zum Artikel «Abgewiesene Asyl­suchende müssen frieren: Jetzt fordern Politiker Änderungen» vom 14. Februar

Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher und Tünde Szalay, Leiterin des Amtes für Migration, beharren weiterhin auf der bisherigen Praxis, dass die Notunterkunft im Kaltbach tagsüber von 9.30 bis 19 Uhr für die abgewiesenen Asylbewerber geschlossen wird. Bei Minusgraden bleibt die Tür zwar geöffnet, sollte es aber im Lauf des Tages Plusgrade geben, müssen die Flüchtlinge ihre Unterkunft verlassen. Wohin also?

An Sonn- und Feiertagen bleiben die Einkaufscenter und die Bibliothek geschlossen. In einem Gastbetrieb muss konsumiert werden – ein heisses Getränk oder ein warmes Essen? Kein Thema. Bei zehn Franken am Tag unerschwinglich.

Nach oft schlaflosen Nächten, von Ängsten und Hoffnungslosigkeit erfüllt, werden die Flüchtlinge am Morgen bei Kälte und schlechtem Wetter auf die Strasse gestellt. Nach schweren traumatischen Erfahrungen im Heimatland und auf der Flucht erfassen die Flüchtlinge Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Die Angst vor einer Rückschaffung in ihr Herkunftsland, wo sie Gefängnis, Folter oder Tod erwarten könnte, ist stets gegenwärtig.

Der offene Brief von Charlotte Siegwart an die Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher zeigt deutlich, was diese unmenschliche Behandlung für die Betroffenen bedeutet, aber auch, welche Auswirkungen sie auf unsere Gesellschaft haben kann. Nicht nachvollziehbar ist die rigide Haltung von Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher und Tünde Szalay, die die Bestimmungen im Kaltbach eisern vertreten.

Gut, schaltet sich nun die Politik ein, die eine einfache, pragmatische Lösung vom Regierungsrat fordert: Der Kaltbach sollte ganztägig geöffnet bleiben! Wichtig ist, dass sich Politiker gegen diese Missstände einschalten und auch die Bevölkerung entsprechend informiert wird.