Laut Kantonsingenieur Daniel Kassubek verliert man beim Chaltenbodenrank nur sieben Sekunden. Eine charmante Verharmlosung, die an der Realität der rund 24’000 Fahrzeuge (Regierungsratsbeschluss 118/2023) vorbeigeht. Rechnet man diese Sekunden auf die Fahrzeuge hoch, ergibt das ein Minus von über 46 Stunden wertvoller Lebenszeit – und das jeden einzelnen Tag. Zeit, die der Schwyzer Bevölkerung bei der Arbeit oder bei der Familie fehlt.
Die Realität zwischen Schwyz und Pfäffikon gleicht einem Schilderwald des Stillstands. Kaum in Schwyz auf die H8 abgebogen, schleicht man mit Tempo 50 (bald wohl 30) und 60 dahin – ein ständiges Auf und Ab. Beim Chaltenbodenrank hat man die versprochenen «sieben Sekunden» bereits um ein Vielfaches überschritten.
Das Sicherheitsargument zieht nicht: Individuelle Fehlbeurteilungen von Autofahrern kann man nicht allein mit Tempolimits verhindern. Die These, dass Tempo 60 bei Glatteis Unfälle verhindert, ist gewagt – das Strassengesetz fordert ohnehin, die Geschwindigkeit stets den Verhältnissen anzupassen. Bei normalen Bedingungen ist Tempo 60 schlicht Schikane.
Besonders absurd: Während der Bund Milliarden in den SBB-Ausbau investiert, um mühsam Sekunden an Fahrzeit zu gewinnen, verordnet der Kanton auf der Strasse mutwillig das Gegenteil. Bei der Bahn wird für Tempo gekämpft, auf der H8 wird der Stillstand zum Programm erhoben. Es wird Zeit, dass die Verkehrsplanung wieder den Verkehrsfluss priorisiert, statt den Bürgern künstlich die Zeit zu stehlen.


