Zug vor 100 Jahren

Als ein Damenbein die Zuger noch empörte

Kurze Haare, Seidenstrümpfe, Kino und ein neues Selbstbewusstsein der Frauen: In den 1920er-Jahren geriet die Moderne auch in Zug ins Visier konservativer Moralhüter. Die hitzigen Debatten von damals erscheinen heute kurios.
Das Haar hochgesteckt, Bluse mit Stehkragen, die Taille geschnürt und der Rock bis zu den Fussknöcheln: Das Outfit der Zugerinnen von vor 100 Jahren war keineswegs sehr bequem.
Foto: zvg/Bildarchiv der Zuger Bibliothek

Da konnte er sich echauffieren, der Redaktor der «Zuger Nachrichten» am 7. Juni 1926: Ein neuer «Auswuchs» in den Schaufenstern der Stadt müsste gebrandmarkt werden. «Bisher sah man abgehauene Beine nur in der appetitlichen Form von gefüllten Schweinefüssen in Metzgerläden ausgestellt. Nun sind auch ausgestopfte und abgehauene Damenbeine zu sehen. Wir meinen, das ist zumindest eine Geschmacksverirrung – ähnlich wie die Strümpfe daran», liess er in seinem Blatt drucken.

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