Es waren schwere Vorwürfe, die die Urner Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten erhoben hatte. Er soll seine Ex-Frau mehrfach vergewaltigt und sexuell genötigt sowie mehrfach versucht haben, sie zu vergewaltigen und zu nötigen. Dabei hatte alles mit einer Bilderbuchehe begonnen, mit allem, was dazu gehört: dem Eigenheim, gesunden Kindern und etlichen gemeinsamen Reisen. «Die schönste Zeit» nannte der beschuldigte Mann diese Phase bei der Gerichtsverhandlung. Bis seine Frau Ende 2017 an einer Depression erkrankt. Höhen und Tiefen hätten sich abgewechselt, man habe sich zusehends auseinandergelebt und die gemeinsame Basis verloren. «Dann ist unsere Ehe gescheitert.» Plötzlich hätten die Ehepartner über alles gestritten, führte der Verteidiger des Beschuldigten aus: über den Haushalt, die Finanzen und den Sex. Auch wenn die mutmasslichen Delikte mehrere Jahre zurückliegen und die Frau die Strafanträge nach einer finanziellen Einigung zur Scheidung zurückgezogen habe, hatte die Staatsanwaltschaft trotzdem Anklage erhoben.
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