Stadt Zug

«Ich könnte einfach einen nackten Jesus malen»: Provokation wäre leicht – doch der Schöpfer von Trump am Kreuz zielt tiefer

Klassische Bildwelten kippen ins Heute: tätowierte Heilige, Fast Food zum Abendmahl. Provokation? Oder Diagnose unserer Zeit? Die Galerie Gleis 4 zeigt Werke von Mason Storm, der mit Donald Trump am Kreuz eine Kontroverse ausgelöst hat.
Mason Storms Markenzeichen ist die Maske. Die Ausstellung in Zug ist seine erste im deutschsprachigen Raum.
Foto: Matthias Jurt (Zug, 19. 3. 2026)

Es sind Motive nach ikonischen Meisterwerken der Kunstgeschichte: Darunter Bouguereaus «Geisselung Christi» und die «Pietà», Caravaggios «Gefangennahme Christi» oder auch dessen «Abendmahl in Emmaus». Meisterliche Eins-zu-eins-Kopien auf den ersten Blick, doch einiges ist anders. Der malträtierte Jesus ist tätowiert, unter seinen Peinigern sind T-Shirt-tragende Einwohner von «Hühnerdorf». Der Mann in der Szene der Gefangennahme ganz rechts – bislang als Caravaggio selbst identifiziert – trägt nun keine Laterne mehr, sondern hält eine Kreditkarte in die Luft. «Chris» ist käuflich. Und der Abendmahlstisch in Emmaus ist mit Fastood gedeckt, der Auferstandene gönnt sich Dosen-Cola.

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