Werkbeitrag geht an Sarner Raumkünstlerin

OBWALDEN ⋅ Die Kantone Obwalden und Nidwalden schreiben seit 2014 gemeinsam Werkbeiträge für Künstlerinnen und Künstler aus. Eine fünfköpfige Fachjury hat entschieden, den mit 10'000 Franken dotierten Förderpreis des Jahres 2019 an die bildende Künstlerin Sitara Abuzar Ghaznawi zu vergeben.

06. Dezember 2019, 17:38

Matthias Piazza

Ihre Werke wurden nicht nur in Basel, Zürich oder Lausanne gezeigt, sondern ebenso in Wien, Paris und Mexiko-Stadt. Diese intensive Ausstellungstätigkeit, die Sitara Abuzar Ghaznawi in den vergangenen zwei Jahren entwickelt und sie in die weite Welt der Kunst geführt hat, war für Ob- und Nidwalden Anlass, den mit 10'000 Franken dotierten diesjährigen Förderpreis an die 24-jährige bildende Künstlerin zu vergeben, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Abuzar Ghaznawi, die im schweizerischen Mittelland aufgewachsen ist und seit 2014 in Sarnen lebt, schliesst zurzeit ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Mit dem Werkbeitrag wird sie ihr Projekt «von der Fläche zum Raum» realisieren. Dabei schafft sie raumfüllende Installationen mit alltäglichen Materialien wie Plastik, Kunststoff, Klebeband oder Nagellack. Mit diesem Vorgehen nehme sie bewusst eine kritische Distanz zu den etablierten Formen der Kunst ein, heisst es weiter.

Nächstes Jahr stellt sie im Cabaret Voltaire aus

«Ich wähle Materialien, die meiner Erfahrungswelt entstammen und sich nicht an der homogenen und elitären Ästhetik der westeuropäischen Kunstgeschichte orientieren», wird Sitara Abuzar Ghaznawi zitiert. Die Technik, die sie in ihrer Arbeit anwendet und teilweise auch selber neu entwickelt, reichen von der Collage übers Brennen bis zur Stickerei.

Das aktuellste Werk von Sitara Abuzar Ghaznawi ist gegenwärtig in der Gruppenausstellung «A Home is not a House» in der Kunsthalle Fribourg zu sehen. Eine besondere Ehre kommt der Obwaldner Künstlerin im nächsten Jahr zu: Sie darf eine Reihe ihrer Arbeiten im legendären Cabaret Voltaire in Zürich zeigen, wo sie den Werken Emmy Hennings, der Mitbegründerin des Dadaismus, gegenübergestellt werden.

Mit dem gemeinsamen Ausschreiben von Werkbeiträgen verfolgen die beiden Kantone Obwalden und Nidwalden das Ziel, Künstler aus der Region unmittelbar und personenbezogen zu fördern. Die eingegangenen Gesuche werden von einer eigens zusammengestellten Fachjury bewertet. Während im letzten Jahr zwei Werkbeiträge vergeben wurden, beschränkte sich die Jury diesmal auf die Vergabe eines Beitrags. Dem fünfköpfigen Auswahlgremium, das von der Schwyzer Kunstdozentin Anna-Brigitte Schlittler präsidiert wird, gehören unter anderem auch die Sachslerin Regula Büttiker von der Kulturkommission Obwalden und der Stanser Michael Schönbächler von der Kulturkommission Nidwalden an.


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