Bund bessert bei der A2-Signalisation nach

KIRCHENWALDTUNNEL ⋅ Auf die Verkehrsführung vor dem Kirchenwaldtunnel in Stansstad wird nun noch deutlicher hingewiesen.

18. Juli 2019, 05:09

Martin Uebelhart

Seit gut einer Woche gilt vor dem Kirchenwaldtunnel ein neues Verkehrsregime. Wegen der Autobahnbaustelle in Hergiswil werden die Spuren anders geführt. Nicht für alle Verkehrsteilnehmer scheint diese Spuraufteilung einleuchtend zu sein. Das rief vergangene Woche auch die Kantonspolizei Nidwalden auf den Plan. In einer Mitteilung hielt sie fest, dass die Signalisation schlecht eingehalten werde (wir berichteten). Die Polizei kündigte an, ihre Kontrolltätigkeit auf dem Abschnitt verstärken zu wollen.

Franz Odermatt ist Fahrlehrer beim Fahrschulzentrum Nidwalden in Stans. Gerade was ausländische Autolenker betrifft, glaubt er an eine Überforderung: «Die linke und die rechte Spur führen nach Luzern, die in der Mitte nach Obwalden. Da blicken viele nicht durch.» Die Beschilderung und Markierung sei seit Beginn etwas verbessert. Er beobachtet regelmässig, dass Autofahrer auf der Normalspur im Kirchenwaldtunnel kurz vor der Verzweigung noch auf die linke Spur in Richtung Luzern wechseln. Das kann er bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, «auch wenn es verboten ist. Denn auch eine orange Sicherheitslinie ist eine Sicherheitslinie».

Beobachtet hat er auch schon, dass Automobilisten sich nicht getrauen, auf der schmaleren Überholspur, die nur für Fahrzeuge bis zwei Meter Breite zugelassen ist, dann auch tatsächlich die erlaubten 60 Kilometer pro Stunde zu fahren. Auf der anderen Seite gewinne man zuweilen auch den Eindruck, dass man der einzige Zentralschweizer sei, der sich an die Limite hält. «Dieses Verhalten führt immer wieder zu Bremsmanövern, die für flüssigen Verkehr auch nicht gerade förderlich sind», hält Odermatt fest.

Bauprojekt umfasst zahlreiche Parameter

Wenn er und seine Fahrlehrerkollegen Unterrichtsfahrten planten, sei neuerdings der Blick auf die Staumeldungen unabdingbar. «Dann fahren wir halt mehr in Richtung Buochs und Beckenried oder Obwalden anstatt in Richtung Luzern im Stau zu stehen», erzählt er.

Grundsätzlich fragt sich Franz Odermatt, warum die Baustelle ausgerechnet auf die Sommerferienzeit hin habe eingerichtet werden müssen.

Konfrontiert mit dieser Frage sagt Esther Widmer, Kommunikationsbeauftragte der Filiale Zofingen des Bundesamtes für Strassen (Astra): «Es kommen viele verschieden Parameter zusammen, die bei einem solchen Bauprogramm berücksichtigt werden müssen.» Gewisse Arbeiten könnten nur im Sommer erledigt werden. Zudem sei es das Ziel, die Bauarbeiten in möglichst kurzer Zeit durchzuziehen. «Wenn wir im Sommer einen Unterbruch machen, ist die Gesamtbauzeit entsprechend länger», so Esther Widmer. Für das Erhaltungsprojekt der A2 bei Hergiswil rechnet das Astra mit einer Bauzeit bis gegen Ende 2021.

Bei der Signalisation vor dem Kirchenwaldtunnel, die laut Planung bis im Juli 2021 so bestehen bleibt, hat das Bundesamt inzwischen nachgebessert. «Bereits in der vergangenen Woche haben wir einen Signalanhänger aufgestellt, der mit Blinklicht darauf hinweist, dass sich der Lastwagen-Transitverkehr nach 750 Metern rechts halten muss», erklärt Esther Widmer.

Signete direkt auf die Strasse gemalt

In der Nacht auf Mittwoch hat das Astra die Signalisation erweitert. «Auf der linken Spur vor dem Kirchenwaldtunnel ist gross das Schild ‹Maximalbreite 2 Meter› auf die Fahrbahn aufgemalt, auf der mittleren Spur das Signet für die A8 und auf der rechten Spur steht ‹LKW Transit›.» Die Schilder, auf denen vor der Galerie Stansstad und auf deren Dach auf die geänderte Verkehrsführung hingewiesen werde, könne das Astra nicht grösser machen. «Sonst besteht die Gefahr, dass sie dem Wind nicht standhalten», führt Esther Widmer aus.

Für eine Verbesserung hält die neue Fahrbahnbeschriftung Reto Zimmermann, Inhaber und Geschäftsführer der Zimgroup Holding. «Pro Tag fahren unsere Lastwagen sicher 100 Mal auf dieser Strecke», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Seine Firma ist mit Transporten für die Baustelle beauftragt. «Für unsere Chauffeure ist das Verkehrsregime kein Problem», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Herausforderung sei das Einfahren auf die Autobahn von der Baustelle aus. «Da sind sie auf die Rücksicht der Autofahrer angewiesen.» Positiv überrascht sei er, dass es trotz der drei Spuren, die derzeit in der Galerie Hergiswil geführt würden, genügend Platz habe. Zimmermann hat auch schon brenzlige Situationen beobachtet im Kirchenwaldtunnel. «Ich bin auch selber einmal auf der falschen Spur gefahren und musste im Kreisel bei der Ausfahrt Alpnach wenden.»


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