Im Kanton Luzern ist in drei Poulet-Mastbetrieben das Newcastle-Virus (ND) nachgewiesen worden. Insgesamt rund 24'500 importierte Masthühner sind davon betroffen, wie der Kanton am Donnerstag mitteilt. Die Entdeckung der Tierseuche erfolgte im Rahmen einer Verdachtsabklärung. Es handle sich um einen milderen Virustyp und ausdrücklich nicht um die hochansteckende Virusvariante, welche derzeit in Deutschland grassiert und dort aufgrund des hohen Infektionsdrucks zu intensiven Impfkampagnen führt.
Die Behörden vermuten, dass die aus Deutschland importierten Eintagsküken mit dem Impfvirus in Kontakt kamen, was letztlich den Nachweis in der Schweiz ausgelöst hat. Ein in der Umwelt natürlich vorkommender, wenig infektiöser Virustyp könne als Ursache zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht restlos ausgeschlossen werden, heisst es in der Meldung. Weitere Abklärungen laufen derzeit.
Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, hat der kantonale Veterinärdienst in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) umgehend reagiert. Die betroffenen Betriebe wurden sofort gesperrt. Zudem wurde die Tötung und fachgerechte Entsorgung aller betroffenen Masthühner sowie des kontaminierten Einstreus angeordnet. Die Behörden betonen, dass kein Zusammenhang mit den letzten bekannten Schweizer Fällen der Newcastle-Krankheit besteht, welche im Februar und März 2026 in den Kantonen St. Gallen und Schaffhausen registriert wurden.
Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr: Die Newcastle-Krankheit ist nur in äusserst seltenen Fällen auf den Menschen übertragbar. Eine Infektion kann sich ausschliesslich bei Personen, die in sehr engem und direktem Kontakt mit infizierten Tieren standen, in Form einer Bindehautentzündung äussern. Darüber hinaus gibt es keinerlei gesundheitliche Risiken für die Konsumenten, der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern ist absolut unbedenklich.
Ihren Namen hat die Newcastle-Krankheit übrigens von der nordenglischen Stadt, in der das Virus 1927 erstmals in Europa nachgewiesen wurde. Weil das Krankheitsbild an die Geflügelpest – auch bekannt als «Vogelgrippe» – erinnert, wird die Newcastle-Krankheit in Fachkreisen auch als atypische Geflügelpest bezeichnet. (luz)
+++ Update folgt +++

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