In der Nacht auf Sonntag wird wieder an der Uhr gedreht. Während sich die allermeisten Luzerner Uhren per Funk umstellen, ist im historischen Zytturm der Museggmauer noch Handarbeit gefragt. Punkt zwei Uhr in der Nacht tritt Martin Spöring mit seinem Team in Aktion – wie jedes halbe Jahr. Der Luzerner Stadtuhrmacher steigt durch das Turmgewölbe zum alten Uhrwerk hinauf, schaltet das Schlagwerk aus, hebt das Zeiteinstellrad leicht an und dreht die Zeit zurück. Dann justiert er das Schlossscheibenrad, damit die Glocke künftig auch wieder zur richtigen Stunde schlägt. Ein falscher Handgriff, und das mächtige Werk würde gar nicht schlagen – oder doppelt. «Das ist nichts, was man mal schnell so macht», sagt er, «man muss das Gefühl für das Uhrwerk haben.»
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