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ZEBI 2022

Junge Pflegerinnen präsentieren ihr Können an der FaGe-Meisterschaft

An der Zentralschweizer Bildungsmesse 2022 finden auch in diesem Jahr die Berufsmeisterschaften FaGe statt. Die 18-jährige Linda Maria Helfenstein ist eine von elf Teilnehmerinnen. Was treibt sie an?

Linda Maria Helfenstein von der Spitex Willisau bei der Arbeit mit einer «Patientin».
Bild: Bild: Jakob Ineichen

Frau Stocker (71) liegt sichtlich angeschlagen in der Notaufnahme. Der Arzt diagnostiziert ihr eine Lungenentzündung. Linda Maria Helfenstein (18), Fachfrau Gesundheit (FaGe) im dritten Lehrjahr, betritt den Raum. Die junge Frau aus Buttisholz geht selbstbewusst auf die Patientin zu und grüsst herzlich. Helfenstein klärt Stocker zu Beginn über ihren aktuellen Gesundheitsstand auf. Erst wird der Puls gemessen, danach folgt eine warme Fusswäsche.

Es ist ein spezielles Schauspiel, das sich hier in der Messe Luzern abspielt. In Wahrheit ist Frau Stocker eine Probandin, und die ganze Szene gespielt. Hinter transparenten Glasscheiben beobachtet ein gutes Dutzend Menschen gespannt das Geschehen im nachgebauten Stationszimmer. Helfensteins Familie sowie ihre Berufsbildnerinnen fiebern vor Ort mit.

Linda Maria Helfenstein live in Aktion. Im Hintergrund schauen ihre Betreuenden gespannt zu.
Bild: Bild: Jakob Ineichen / Luzerner Zeitung

Linda Maria Helfenstein arbeitet zurzeit bei der Spitex Region Willisau und ist eine von elf Teilnehmerinnen an der diesjährigen Zentralschweizer FaGe-Berufsmeisterschaft im Rahmen der Bildungsmesse Zebi, die noch bis Sonntag in Luzern läuft. Allen Teilnehmerinnen werden drei unterschiedliche Wettbewerbssituationen aus ihrem Beruf zur Prüfung gestellt: Langzeit, Spitex und Akut. Die Wettbewerbssituationen sind als Fallbeispiele ausgestaltet und werden jeweils von zwei Prüferinnen, die an den gegenüberliegenden Enden des nachgebauten Raumes stehen, dokumentiert.

Ihr Ziel: Physiotherapie und Studium

Das Ziel besteht darin, den Besuchern einen praxisnahen Einblick in die Berufstätigkeiten zu liefern. Was muss man für den Beruf als FaGe mitbringen? «Man muss mit Menschen umgehen können, offen und ohne Vorurteile sein. Und man muss Blut sehen können», meint Helfenstein. Und was zeichnet den Beruf für sie persönlich aus? «FaGe ist eine super Basisausbildung, weil man sich nachher in sehr viele unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln kann». So ist ihr erklärtes Ziel, die Berufsmaturität (BM) zu machen und sich danach im Bereich der Physiotherapie weiterzubilden. Nach der BM würde Linda gerne studieren.

Die Kandidatinnen haben sich intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Die besten zwei FaGes qualifizieren sich schliesslich für die Schweizer Meisterschaften 2023. Wie sie abgeschnitten haben, werden die Kandidatinnen am Sonntag an der Zebi erfahren.

Szenenwechsel: Linda Helfenstein hat die Aufgabe, Frau Flores (51), die seit ihrem 25. Lebensjahr mit Multiple Sklerose lebt, in ihrer Wohnung daheim aufzusuchen. Empathisch macht sich die junge Frau ans Werk. Nach einem kurzen Eingangsgespräch hilft sie Frau Flores, sich von ihrem Rollstuhl auf das eingerichtete Sofa zu bewegen. Danach werden dort, liegend, Beinstreckübungen durchgeführt. Solche Situationen trifft Helfenstein auch in ihrem eigenen beruflichen Alltag an. Sie mag die Arbeit bei der Spitex: «Man hat hier rasch viel Verantwortung und lernt, selbstständig zu arbeiten. Im Gegensatz zum Spital kann man mit den Patienten eine langfristige Beziehung aufbauen».

Unterstützung für die Teilnehmerinnen der diesjährigen Zentralschweizer Berufsmeisterschaft FaGe. 
Bild: Bild: Jakob Ineichen / Luzerner Zeitung

Nach der Prüfung gibt’s Applaus

Die Erleichterung, nachdem die letzte Prüfungssituation gemeistert ist, merkt man Linda Helfenstein spürbar an. Es folgt Applaus, die 18-jährige FaGe wird von ihrer Familie und Bekannten herzlich umarmt. Lindas' Fazit nach ihrem Wettkampf fällt positiv aus. «Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um mich mit der Situation anzufreunden. Die Nervosität war zu Beginn definitiv da. Danach ging es aber besser und ich habe mich gefühlt von Situation zu Situation gesteigert.»

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