Kanton Uri

«Niemand weiss, wie viele noch drankommen»: Als ein giftiger Nebel den Urner Viehbestand dezimierte

1940 sterben im Kanton Uri Tausende Rinder – hunderte Landwirte stehen vor dem finanziellen Ruin. Was zunächst als militärische Tarnaktion ausgegeben wird, entpuppt sich Jahrzehnte später als eine der grössten Giftkatastrophen der Schweizer Geschichte.
Die Übung wurde vom Eidgenössischen Schweizerischen Militärdepartement zunächst als Nebeltarnaktion ausgegeben.
Foto: Archivbild: Schweizerisches Bundesarchiv E27#1000/721#19064*, 09.A.08.d, Künstlicher Nebel und Rauch, Bd 1 - 4, 1923 - 1950

Bauernsohn Peter Tresch aus Silenen muss im Sommer 1940 dabei zusehen, wie die Existenzgrundlage seiner Familie wegstirbt. «Auch die hat es gepackt. Eine Woche wird noch gewartet, wenn sie weiter abmagert, muss sie abgetan werden. Es ist die 24. Und niemand weiss, wie viele noch drankommen.» Er ist nicht alleine – im Sommer und Herbst 1940 stirbt ein Grossteil des Rinderbestandes im Kanton Uri. Die Kühe fressen nicht mehr, haben Durchfall, magern ab und verwerfen ihre Kälber. Innerhalb weniger Wochen verlieren Hunderte Urner Landwirte ihren gesamten Tierbestand.

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