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Stadt Luzern

Gegen Widerstand von SP und SVP: Das Café am Bundesplatz rückt näher

Das Stadtparlament empfiehlt die Bundesplatz-Initiative zur Annahme. Eine Minderheit aus Linken und SVP kämpfte vergeblich gegen das Projekt «Café Federal».

Wer an den Luzerner Bundesplatz geht, hat meist nur eines im Sinn: Möglichst schnell wieder wegzukommen. Denn der Bundesplatz ist vor allem ein grosser Verkehrskreisel. Auch der kleine Platz mit dem WC-Häuschen und der Trafostation lädt nicht zum Verweilen ein.

Dabei gäbe es seit 2011 ein konkretes Projekt für eine Aufwertung: Eine Gesellschaft um den Luzerner Architekten Iwan Bühler brachte damals die Idee ein, das 1932 erbaute Gebäude zu einem Café mit Garten umzuwandeln.

Mittlerweile wurde auch eine Volksinitiative eingereicht mit dem Ziel, das Gebäude inklusive der Lindenbäume zu erhalten und einer öffentlichen Nutzung zuzuführen.

Über diese Initiative debattierte am Donnerstag das Stadtparlament. Dabei wurde über die Frage gestritten, wer das Areal künftig nutzen darf. Der Stadtrat will, dass Architekt Iwan Bühler und dessen Gesellschaft das Projekt «Café Federal» umsetzen darf. Dazu soll ein Konzessionsvertrag über 20 Jahre mit Option auf Verlängerung abgeschlossen werden.

Linke kritisieren Bevorzugung eines Privaten

Mit diesem Plan war eine Mehrheit der Linken sowie die SVP nicht einverstanden. Raphaela Meyenberg (SP) bezeichnete das Vorgehen des Stadtrats geradezu als «suspekt». Es gehe nicht, dass die Stadt eine private Bauherrschaft derart bevorzuge. Vielmehr müsste die Nutzung öffentlich ausgeschrieben werden, fand auch ein Teil der Grünen. Dabei müsse man sich auch nicht auf ein Café fixieren - es gebe auch andere denkbare Nutzungen, etwa für Veloinfrastruktur, wie die SP fand.

Allerdings: Dass man heute überhaupt über eine Aufwertung des Bundesplatzes diskutiert, ist grösstenteils den privaten Initianten des «Café Federal» zu verdanken. Sie haben ihr Projekt in jahrelanger Arbeit trotz der grossen Unsicherheiten vorangetrieben.

Bürgerliches Lob für Idee des Architekten

Dafür erhielten sie viel Lob von den Bürgerlichen. Peter Gmür (Mitte): «Wir begrüssen es, wenn private Geldgeber etwas für die Stadt tun wollen.» Das sah auch Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) so. Bei einer öffentlichen Ausschreibung müsse man sich keine Illusionen machen:

«Es sind nicht haufenweise Leute da, die bereit sind, am Bundesplatz über eine Million zu investieren.»

Die Umnutzung des Gebäudes inklusive Tieferlegung der Trafostation wird etwa 1,25 Millionen Franken kosten. Wenn man die Chance jetzt nicht packe, riskiere man, dass sich am Bundesplatz auf Jahre hinaus gar nichts ändert, so Borgula.

Am Ende waren die Mehrheiten klar: Mitte, FDP, GLP und Teile der Grünen empfahlen die Bundesplatz-Initiative zur Annahme. Die SVP und die Mehrheit der SP lehnten sie ab.

Und wenn das Gebäude doch weg muss?

Selbst wenn die Initiative vom Volk dereinst angenommen und das Café realisiert werden kann, bleibt ein Unsicherheitsfaktor: Der Kanton plant in einigen Jahren einen Totalumbau des Bundesplatz-Kreisels. Muss dafür das Gebäude weichen, wäre das Café wieder Geschichte. Die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes würde dann vom Kanton entschädigt - und würde die Café-Betreiber ihrerseits entschädigen.

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