Interview

«Wir reden sehr viel über Menschen auf der Flucht – aber zu selten mit ihnen»

Ethikprofessor Peter G. Kirchschläger über Asylsuchende als Sündenböcke, Menschenwürde und warum Menschenrechte für uns alle eine rationale Lebensversicherung sind.
Peter G. Kirchschläger ist Ethik-Professor an der Universität Luzern.
Foto: Patrick Hürlimann

Vor der Abstimmung über die «10-Millionen-Initiative» plädiert Peter G. Kirchschläger für eine Versachlichung der aufgeheizten Asyldebatte. Mit einem simplen Rechenbeispiel – 12 Asylsuchende pro EU-Gemeinde – will der Ethikprofessor und Leiter des Instituts für Sozialethik an der Universität Luzern in seiner neuen Studie die Relationen geraderücken. Kirchschläger kritisiert die Instrumentalisierung von Geflüchteten als Sündenböcke und fordert eine Reform der Genfer Flüchtlingskonvention. Ein Gespräch über Menschenwürde, Demokratiegrenzen und die Frage, warum sich über 100 Milliarden Euro an Steuerausfällen kaum jemand aufregt – über Asylsuchende aber schon.

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