Innerhalb der Kirchengeschichte hat der Deutsche Orden eine spezielle Stellung. 1190 wurde er während der Kreuzzüge als Hospitalorden in Akkon gegründet, um Verwundete zu pflegen. Sein Ordensleitsatz «Helfen – Heilen – Wehren» bezieht sich darauf. Der Name leitet sich daraus ab, dass der Orden von Anfang an deutschsprachige Mitglieder vereinigte. Rasch entwickelte er sich zu einem Ritterorden, der nach den Kreuzzügen vor allem im Baltikum präsent war, wo er bis zur Reformation einen eigenen Ordensstaat besass. Gleichzeitig hielt er in weiten Teilen Mitteleuropas Niederlassungen, sogenannte Kommenden, die von einem Komtur geleitet wurden. In der Eidgenossenschaft war der Deutsche Orden im Mittelalter vor allem im Berner Gebiet präsent. So war etwa das Gebiet der Stadt Bern damals eine Pfarrei des Ordens, weshalb das heutige Münster durch ihn erbaut wurde. Kein Wunder, dass der Schriftsteller Jeremias Gotthelf dem Orden in seiner Novelle «Die schwarze Spinne» noch Jahrhunderte später eine wichtige Rolle zukommen liess.
Der Deutsche Orden zu Besuch in Engelberg – Eine historische Spurensuche
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