Obwalden

Der Deutsche Orden zu Besuch in Engelberg – Eine historische Spurensuche

Während fast sechs Jahrhunderten wirkte der Deutsche Orden in der Innerschweiz und prägte das Leben der Bevölkerung. Seit einigen Jahren sind Vertreter des Ordens wieder in der Region präsent. Zum Festtag des Mönchvaters Benedikt besuchten sie am vergangenen Samstag das Kloster Engelberg und begaben sich auf Spurensuche.
Die Delegation des Deutschen Ordens unter der Leitung von Pater Norbert Thüx (fünfter von rechts) trifft die Engelberger Benediktiner unter Abt Christian Meyer (fünfter von links) am Festtag des Heiligen Benedikts.
Foto: Mike Bacher (Engelberg, 21. 3. 2026)

Innerhalb der Kirchengeschichte hat der Deutsche Orden eine spezielle Stellung. 1190 wurde er während der Kreuzzüge als Hospitalorden in Akkon gegründet, um Verwundete zu pflegen. Sein Ordensleitsatz «Helfen – Heilen – Wehren» bezieht sich darauf. Der Name leitet sich daraus ab, dass der Orden von Anfang an deutschsprachige Mitglieder vereinigte. Rasch entwickelte er sich zu einem Ritterorden, der nach den Kreuzzügen vor allem im Baltikum präsent war, wo er bis zur Reformation einen eigenen Ordensstaat besass. Gleichzeitig hielt er in weiten Teilen Mitteleuropas Niederlassungen, sogenannte Kommenden, die von einem Komtur geleitet wurden. In der Eidgenossenschaft war der Deutsche Orden im Mittelalter vor allem im Berner Gebiet präsent. So war etwa das Gebiet der Stadt Bern damals eine Pfarrei des Ordens, weshalb das heutige Münster durch ihn erbaut wurde. Kein Wunder, dass der Schriftsteller Jeremias Gotthelf dem Orden in seiner Novelle «Die schwarze Spinne» noch Jahrhunderte später eine wichtige Rolle zukommen liess.

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