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Stadt Zug

Der «Bären»-Eigner frischt das Gebäude auf und soll im Restaurant einen alten Boden hervorholen

Der markante Bau an der Ecke Metall- und Baarerstrasse ist ein wertvoller Zeitzeuge. Während eines Jahres soll er saniert werden.

Bauherrschaften räumten in den letzten Jahren und Jahrzehnten die ältere Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert entlang der Zuger Bahnhofstrasse aus. An der Baarerstrasse gibt es aber noch einen steinernen Zeitzeugen: das Restaurant Bären.

Gebaut noch vor dem Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des bekannten Zuger Baumeisters Dagobert Keiser (1867–1906), steht die bekannte Verköstigungsstätte noch heute trotzig an der Ecke Baarerstrasse und Metallstrasse.

Die MZ Immobilien als Eigentümer der Liegenschaft reichte kürzlich ein Baugesuch ein. Sein Inhalt: Die Baute ist unter strikter Einhaltung denkmalpflegerischer Grundsätze zu sanieren.

Sehr viele Vorschriften

In einer dem Baugesuch für das Restaurant Bären beigelegten Schrift ist zu lesen: «Bei allen Massnahmen an unter Schutz gestellten Denkmälern hat aus denkmalpflegerischer Sicht der Erhalt und die Konservierung der bestehenden historischen Substanz grundsätzlich Vorrang.»

Im Beschrieb, der in den Unterlagen des Baugesuchs zu finden ist, steht, dass Baunormen nicht ohne vertiefte Abklärung auf Denkmäler anwendbar sind.

Es gelte unter anderem zu beachten, dass von Fall zu Fall abzuwägen sei, «ob auf das Einhalten einer Norm ganz oder teilweise» zu verzichten ist. Im Weiteren sei zu prüfen, ob das Ziel auch durch «andere, geeignete Massnahmen» erreichbar ist.

Sanfte Renovierung des Restaurants

All diese Forderungen des Gesetzgebers machen solche Sanierungen zu einem kostspieligen Unternehmen. Zwingend zu erhalten sind die originalen, historischen Boden- und Deckenaufbauten.

Der «Bären»-Eigner ist sich der Aufgaben bewusst, die er zu erfüllen hat. So gilt es unter anderem das Treppenhaus zu erhalten, weil sich dieses weitgehend im originalen Zustand befinde. Auch der Bereich der Gaststätte ist sanft zu renovieren. Unter anderem ist eine rollstuhlgängige Toilette zu installieren.

Im umfangreichen Baugesuch, welches im Stadthaus zu Einsicht aufliegt, umschreibt die Bauherrschaft ihre Vorhaben. Es findet sich in den Unterlagen ein Hinweis darauf, dass der überdeckte Fischgrätparkett in der Gaststube hervorzuholen sei.

Träsch und Chrüter zum Frühschoppen

Aufgrund der Restriktionen rechnet die Bauherrschaft mit einer Umbauzeit von rund einem Jahr. Die Kosten sind in den Dokumenten durch den Einsatz eines schwarzem Filzstift unkenntlich gemacht worden. Sie dürften in die Millionen gehen.

Wie Heinz Horat, er ist der ehemalige Chef der kantonalen Denkmalpflege, in einem Aufsatz schreibt, ist der «Bären» einst mit dem Segen des Regierungsrats entstanden.

Die feste Baute ersetzte am Ende des 19. Jahrhunderts von Metalli-Mitarbeitern genutzten Barackenwirtschaften, die wegen «des Nachtlärms und den mangelhaften sanitarischen Einrichtungen im Verruf» standen.

Das Restaurant öffnete jeweils um 6 Uhr in der Früh. Zu diesem Zeitpunkt standen 50 Schnapsgläschen bereit. Inhalt: Träsch und Chrüter. Kirsch gab nicht. Er war zu teuer.

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