Historisches

Ein Leben aus einer anderen Zeit: Der alte Bote von Beckenried

92 Jahre alt, klein von Gestalt und dennoch unermüdlich: Alois von Zuben lieferte noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Waren zwischen Beckenried und Stans aus. Sein Leben erzählt von einer Zeit, in der Alter keinen Ruhestand bedeutete.
Der alte Bote von Beckenried, Alois von Zuben (geb. 1811) zog seinen Karren regelmässig vom Beckenried bis Stans.
Foto: Carl Engelberger/zvg

Am 10. Oktober 1903 vermeldete die NZZ: «Der älteste Teilnehmer am Katholikentag dürfte der ‹alte Bote von Beckenried› gewesen sein, Alois von Zuben, der 92 Jahre alt, wöchentlich noch seinen Karren nach Stans zieht und vollbeladen ohne Beihilfe wieder zurückbringt.» Dieser erste Katholikentag in der Schweiz fand vom 27. bis 29. September 1903 in Luzern statt. Und der fromme Mann, den die Zürcher Zeitung da erwähnte, hatte ein für jene Zeit biblisches Alter. Denn damals war die Lebenserwartung bei Geburt eines Menschleins noch niedrig: Wer das Kindesalter überlebte, konnte in der Regel ein Alter von etwa 65 Jahren erreichen. Umso erstaunlicher, dass so ein Methusalem mit einem schwerbeladenen Handwagen noch die Hauslieferdienste bewältigte, ab der Schiffsstation Beckenried die zwölf Kilometer bis nach Stans – und wieder zurück.

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