Individualbesteuerung

Zug streitet vor der Abstimmung: Gotthelf, Kulturkampf – und Influencer in den Amtsstuben

Der emotionale Abstimmungskampf über die Individualbesteuerung erhitzt die Gemüter bis zum Schluss. Zu reden gibt neben einer angriffigen Kolumne auch die Rolle eines hochrangigen Steuerbeamten.
Auch aus diesem Gebäude wurde im Abstimmungskampf gegen die Individualbesteuerung getrommelt: Sitz der Steuerverwaltung an der Zuger Bahnhofstrasse.
Foto: Matthias Jurt (4. 3. 2026)

Tabea Estermann hat so etwas wie einen lokalen Mini-Shitstorm hinter sich. Alles begann mit einer Kolumne in dieser Zeitung: In den «Zuger Ansichten» vom 24. Januar sprach sich die Kantonsrätin und Präsidentin der GLP Kanton Zug für die Individualbesteuerung aus. Die Gegner der Vorlage, über die auf Bundesebene am 8. März abgestimmt wird, würden «das konservative Gotthelf-Modell des Einzelverdienerhaushalts» fördern wollen. Jeremias Gotthelf, das war jener Schriftsteller und Pfarrer, der das ländlich-konservative Leben des 19. Jahrhunderts beschrieb und der die Ehe als gottgewollte Lebensform verstand.

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