Stadler Rail plant Börsengang

MASCHINENINDUSTRIE ⋅ Der Thurgauer Zugbauer Stadler Rail wagt den Gang aufs Börsenparkett. Der Börsengang soll bereits in den nächsten Monaten über die Bühne gehen - vorbehaltlich des Marktumfeldes.

Aktualisiert: 
19.03.2019, 07:45
19. März 2019, 07:09

Das Unternehmen von Alt-SVP-Nationalrat Peter Spuhler konkretisiert damit seine bereits angedeuteten Börsenpläne.

Aktuell hält Firmenpatron und Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler 80 Prozent an der Firma. Im Rahmen des Börsengangs sollen nun ausschliesslich bestehende Aktien aus seinem direkten und indirekten Besitz angeboten werden, teilte Stadler Rail am Dienstag mit. Spuhler werde nach dem Börsengang weiterhin als grösster Aktionär und Verwaltungsratspräsident von Stadler engagiert bleiben.

In den letzten Monaten hatte die Gerüchteküche geradezu gebrodelt. Sowohl die "Handelszeitung" als auch das Online-Magazin "Cash" hatten berichtet, dass Stadler in intensiven Gesprächen mit möglichen Investoren stecke. Der Zeitpunkt des Börsengangs war damals bereits mit April oder Mai angeben worden.

"Logischer nächster Schritt"

Der geplante Börsengang an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange sei ein logischer nächster Schritt in der Geschichte von Stadler, hiess es in dem Communiqué. Er solle helfen, die langfristige Wettbewerbsposition des Unternehmens in den bestehenden Märkten zu stärken und die künftige Entwicklung der Firma zu unterstützen.

Stadler stellt unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Trams und Zahnradbahnen her.

Am Dienstag publizierte das Unternehmen ausserdem seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2018. Stadler erwirtschaftete einen konsolidierten Netto-Umsatz von 2,0 Milliarden Franken, nach 2,4 Milliarden im Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen sowie Abschreibungen (EBITDA) lag bei 208 Millionen Franken nach 245 Millionen im Vorjahr.

2018 setzte sich damit die Erholung beim Umsatz vorerst nicht weiter fort. 2017 war als das Jahr in die neuere Firmengeschichte eingegangen, in dem Stadler Rail die schwierige Situation nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken gemeistert hatte.

Die Firma war 2015 von der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hart getroffen worden. Damals sackte der Umsatz auf 1,8 Milliarden Franken ab, nach 1,9 Milliarden Franken im 2014 und 2,5 Milliarden Franken im 2013.

4 Milliarden Umsatz bis 2020

Bis 2020 rechnet der Schienenfahrzeug-Hersteller weiterhin mit Erlösen von mehr als 4 Milliarden Franken. Bis dann möchte das Unternehmen seine Produkte kontinuierlich weiterentwickeln, seine Präsenz im europäischen Markt konsolidieren, das Wachstum im Service-Geschäft beschleunigen sowie eigene Lösungen in der Signaltechnik entwickeln, hiess es.

Im Zuge des Börsengangs ergibt auch Spuhlers Verzicht auf eine Rückkehr in die Politik Sinn. Diesen hatte der Alt-SVP-Nationalrat damit begründet, dass er weiterhin für die strategische Entwicklung des Unternehmens verantwortlich sei.

Wie Stadler am Dienstag ausserdem bekannt gab, ist Barbara Egger-Jenzer, die frühere Regierungsrätin des Kantons Bern, in den Verwaltungsrat des Unternehmens gewählt worden. (sda/awp)


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