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Wenn sich Sport-Legenden verabschieden

Nach dem Abschied von Roger Federer: So sind andere Schweizer Sportlerinnen und Sportler zurückgetreten

Am Donnerstag hat Tennisikone Roger Federer via soziale Medien seinen Rücktritt angekündigt. Bei anderen Schweizer Sportikonen verlief dieser Prozess etwas anders. 

Am Donnerstagnachmittag verabschiedete sich Roger Federer mit einem Brief an die Öffentlichkeit, den er über seine sozialen Kanäle veröffentlichte, von seinem Sport. Doch so geordnet wie der Abgang der Tennislegende verliefen längst nicht alle Rücktritte von grossen Schweizer Sportpersönlichkeiten.

Bernhard Russi

Im Gegensatz zu Federers Rücktritt war jener von Ski-Legende Bernhard Russi wohl weniger geplant. Vor gut 44 Jahren hat sich der heute 74-Jährige in Garmisch-Partenkirchen als Aktiver vom Skisport verabschiedet. Und das ziemlich spontan: Als er sich 1978 nach der WM-Abfahrt auf dem Weg vom Zielgebiet ins Hotel befand, blieb er an einer roten Ampel stehen. Er fragte sich: Wie lange mache ich das noch? Anschliessend habe er sich gesagt: Wenn ich mir diese Frage stelle, ist die Zeit gekommen, um zurückzutreten. Russi kehrte zurück zur Skipiste und verkündete seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung.

Martina Hingis

Martina Hingis schrieb nicht eine, sondern gleich drei Rücktrittsgeschichten. Erstmals trat sie 2003 aufgrund von Fussproblemen zurück. Drei Jahre später stand sie wieder auf dem Court und spielte erneut ein hervorragendes Tennis. 2007 folgte der nächste Abschied: Hingis erklärte im Renaissance-Hotel in Glattbrugg, dass sie positiv auf Kokain getestet wurde und damit auch ihren nächsten Rücktritt. Ausserdem kassierte sie deswegen eine zweijährige Strafe.

Die Pause dauerte jedoch etwas länger: 2013 kehrte sie ein letztes Mal zurück, damals im Doppel. Wieder trumpfte sie auf dem Platz gross auf, gewann zahlreiche Turniere und bescherte der Schweiz 2016 zusammen mit Timea Bacsinszky die Silbermedaille an den Olympischen Spielen in Rio. Den finalen Rücktritt gab Martina Hingis 2017 nach den WTA-Finals in Singapur, nachdem bereits Monate zuvor Gerüchte über einen Abgang der erfolgreichsten Schweizer Tennisspielerin aller Zeiten kursierten.

Giulia Steingruber

2021 gab mit Giulia Steingruber die erfolgreichste Schweizer Kunstturnerin der Geschichte ihren Abschied. 2016 gewann sie am Sprung die Bronzemedaille – nie hatte das eine Schweizerin vor ihr geschafft. Ein Jahr darauf folgte mit WM-Bronze im Sprung ein weiterer von zahlreichen Karriere-Höhepunkten. Aber auch mit einigen Rückschlägen hatte Steingruber zu kämpfen. Ein Aussenbandanriss, Knochenabsplitterungen im Sprunggelenk nach einem Sturz, ein Kreuzbandriss und ein Muskelfaserriss warfen Steingruber immer wieder zurück.

Gut zwei Monate nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio hatte die damals 27-Jährige genug. Ähnlich wie bei Federer war auch ihr Abschied gut organisiert. An einer Medienkonferenz im heimischen Gossau verkündete sie ihren Rücktritt aus dem Profisport. Das Ende ihrer erfolgreichen Karriere begründete sie mit den Worten: «Mein Körper und mein Kopf sind müde. Die letzten fünf Jahre waren kräftezehrend.».

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