Noch nie hat ein Schweizer Sportfunktionär seine globale Bedeutung so operettenhaft zelebriert. Sein Amtsvorgänger Sepp Blatter war vergleichsweise eine Lichtgestalt der Bescheidenheit und Rechtschaffenheit. Gianni Infantinos Inszenierungen mögen am Rande der Lächerlichkeit sein und Zyniker sagen, je mehr der Pfau das Rad schlage, desto besser komme der Hintern zur Geltung. Aber wer von Donald Trump empfangen, zum Papst im Vatikan vorgelassen wird und im IOC sitzt, hat nun mal weltweit Macht und Einfluss. Erst recht 2026, im Jahr einer Fussball-WM in den USA. Und offensichtlich zinst sein Talent zur Selbstdarstellung: Die Fifa-Geschäfte boomen wie nie. Es ist unerheblich, ob Gianni Infantino überhaupt noch Einfluss nimmt im helvetischen Sportbusiness. Aber wenn er will, kann er und vielleicht scheut er die grösste Herausforderung, die es in der Geschichte der Fussball-Welt gibt: Die Erstreitung einer Baubewilligung für einen Fussball-Tempel in Zürich, der Stadt des Fifa-Hauptsitzes.
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