Gründung in Wollerau
Es passierte am 1. April 1995. Heute spricht Andreas Kümin vom «grössten Aprilscherz seines Lebens». Gemeint ist die Gründung der Andreas Kümin AG, um drei Papeterie-Filialen der Herlitz-Gruppe in Pfäffikon, Wiedikon und Schaffhausen zu übernehmen – unter dem Namen Mc Paper & Co, später als Mc PaperLand. Das war der Anfang. Ein nächster Meilenstein folgte 1998 mit der Gründung eines Büromaterial-Lieferdienstes für Firmen.
Zwischendurch: ein Herzensanliegen
Dass der Unternehmer stets mehrere Projekte gleichzeitig verfolgt, zeigte sich unter anderem 1999. Kümin sah einen Fernsehbericht über leidende Kinder in Rumänien. Er besuchte das Land und entschied, Kindern mit Behinderung zu helfen. Daraus entstand die Zusammenarbeit mit dem Daniel Center in Bacau, im Nordosten des Landes. Ein Projekt, das laufend wuchs – bis heute. Entstanden ist die Schwyzer Stiftung «Lichtblick für Kinder», die inzwischen nicht nur das Daniel Center, sondern auch diverse Hilfsprojekte in ganz Rumänien unterstützt.
Anfänglich fehlende Markenprodukte
Zurück zum Geschäft. Die ersten drei Jahre von Mc PaperLand waren nicht einfach. Kümin erzählt, was heute kaum vorstellbar ist: «Diverse Schweizer Lieferanten waren in den ersten Jahren nicht bereit, uns zu beliefern. Sie wollten ihre Markenprodukte nicht in unseren Läden sehen.» Einerseits dachten sie, Kümin könne die Rechnungen nicht zahlen. Andererseits wollten sie die Fachpapeterien schützen. Dann der Befreiungsschlag: Kümin kaufte die Hertenstein- Papeterie in Luzern. Diese musste weiterhin beliefert werden. Und so bekam das ganze Unternehmen Zugang zu den Markenprodukten.
Expansion in der Deutschschweiz
Es war nicht nur der Kauf einer Fachpapeterie, es war die Initialzündung für den Aufstieg von Mc PaperLand. Die Umsätze stiegen, ab dem Jahr 2000 wurde eine Filialexpansion möglich. Angefangen hat es mit dem Standort im Mythen-Center Schwyz. Bis heute sind daraus 25 Filialen in der Deutschschweiz entstanden. Zugleich eröffnete sich die Möglichkeit, auch Firmen mit einem Vollsortiment zu beliefern. «Dadurch waren wir in der Lage, in den nationalen Wettbewerb einzusteigen.» Mit Erfolg. Es waren aber auch drei Jahrzehnte, die immer wieder von grossen Krisen durchgeschüttelt wurden. Kümin erzählt von der Finanz- und Immobilienkrise, der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und zuletzt Corona. Mc PaperLand stand mehrmals kurz vor dem finanziellen Abgrund. Der Inhaber musste Lösungen finden. Ein Aus des Unternehmens? Für den Wollerauer unvorstellbar. Dank der Unterstützung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch in schwierigen Zeiten stets loyal hinter dem Unternehmen standen, überlebte Mc PaperLand alle Krisen. «Mein Team verlor nie den Glauben an die Zukunft und gab gerade in schwierigen Zeiten alles. Immer.» Auch seine Freunde waren dem Unternehmer stets eine wichtige Stütze – sowohl emotional als auch finanziell.
Handgeschrieben statt getippt
Und heute? Klar ist: Das Papeterie-Geschäft wird immer härter. Digitalisierung, verändertes Einkaufsverhalten, andere Kundenbedürfnisse. «Die junge Generation will Smartphones und Apps statt Stifte und Blocks», fasst Kümin zusammen. Es gebe aber auch einen Gegentrend, sagt der Unternehmer. «Eine schöne Glückwunschkarte statt eines Happy-Birthday-WhatsApp. Familien verbringen gemeinsame Stunden wieder mit Gesellschaftsspielen, Puzzles, Malen und Basteln. Kinder und auch Eltern wollen lieber eine Spielfigur auf dem Brett bewegen, als nur Smartphonetasten zu drücken.» Kümin sagt aber auch, was weniger gut ist für die Branche. «Unternehmen investieren viel in die Digitalisierung von Prozessen und Abläufen.» Will heissen: Sie brauchen immer weniger Papier, Ordner, Stifte. «Den Trend spüren wir natürlich auch. Besonders seit Corona.»
«Viele Freunde haben mich in den drei Jahrzehnten immer unterstützt.»
Niemals Stillstand
Der Unternehmer erkannte bereits vor 15 Jahren, dass Diversifikation Gebot der Stunde war und ist. Mehrere Standbeine sind stabiler als eines. «Wir erweiterten unsere hausinterne Bauabteilung zu einem eigenen Unternehmen, das sich auf Innenausbau und Reparaturen spezialisierte und schweizweit Aufträge ausführt.» Ausserdem kaufte Kümin 2011 die Penta Vertriebs AG Galgenen. 2013 gründete er ein Unternehmen in Rumänien: die Penta Comercial S.R.L., ebenfalls ein Unternehmen im Bereich der Papeterie- und Geschenkartikel. Mc PaperLand ist heute eine Tochtergesellschaft der Kümin Group AG, zusammen mit vier weiteren Firmen. Kurz: Das Unternehmen ist sehr breit aufgestellt. Kümin erklärt: «Durch unsere Dynamik und Anpassungsfähigkeit entwickeln wir uns permanent weiter.»



