100 Meter abgestürzt: Rega fliegt jungen Lenker ins Spital

MUOTATHAL ⋅ Im Gebiet Kreuzbühl am Pragelpass hat sich am Freitagabend im Neuschnee ein Verkehrsunfall ereignet. Ein Auto war 100 Meter abgestürzt. Der 21-jährige Lenker wurde schwer verletzt.

20. November 2020, 21:49

Um zirka 19.40 Uhr rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ins Muotatal aus. Im Gebiet Kreuzbühl unterhalb des Pragelpasses, auf 1150 Meter über Meer, hatte sich zuvor ein Verkehrsunfall ereignet. Ein Auto rutschte im Neuschnee bei schwierigen Strassenverhältnissen von der Fahrbahn und geriet über einen Abhang.

Der Wagen überschlug sich mehrmals und kam nach etwa 100 Metern auf dem Dach zum Stillstand. Strassenrettungs-Spezialisten der Feuerwehr Stützpunkt Schwyz schnitten mit schwerem Gerät die Seitentüren weg und konnten in Koordination mit den Rettungssanitätern den 21-jährigen Lenker schonend bergen.

Die Feuerwehr Muotathal sperrte die Pragelstrasse ab, während der Strassenunterhaltsdienst der Gemeinde die Strecke für die Blaulichtfahrzeuge schneefrei machte.

Ein Rega-Helikopter landete auf dem ausgeleuchteten Platz und überflog nach einer medizinischen Erstversorgung den 21-Jährigen mit erheblichen Verletzungen in ein ausserkantonales Spital. Das Unfallfahrzeug wurde am Samstagmorgen unter Mithilfe der Feuerwehr Muotathal geborgen.

Alles zum Pragelpass in Kürze (Quelle Wiki)

Der Pragelpass liegt zwischen den Orten Muotathal und Riedern, die Passhöhe liegt auf 1548 m ü. M., westlich davon der Drusberg (2282 m ü. M.), östlich der Pragel (2319 m ü. M.). Die Strasse verläuft mehrheitlich einspurig und steigt vor allem von Schwyz her stark an (bis 18 %), führt dann auf Glarner Seite am Klöntalersee vorbei.

Die Strasse verläuft parallel zum Klausenpass auf einer um einiges geringeren Höhe. Trotzdem dauert die Wintersperrung beim Pragelpass länger.

Es bestehen mehrere Verkehrsbeschränkungen (Ausnahmen für Landwirtschaft): es sind nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und ohne Anhänger zugelassen, und auf dem ca. 2 km kurzen Stück zwischen Richisau und der Kantonsgrenze GL/SZ (etwa auf halber Strecke zwischen Klöntalersee und Passhöhe) besteht samstags und sonntags ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge. Damit kann die Strecke an Wochenenden nicht als Verbindung zwischen dem Glarnerland und der Innerschweiz genutzt werden.

Die Strasse führt auf Schwyzer-Seite durch einen seit dem Orkan Lothar naturbelassenen Wald; einen der wenigen Urwälder Europas. Die Passhöhe bietet sich als Ausgangspunkt für eine Wanderung auf die Silberen an, eine in der Schweiz einmalige Karstlandschaft. gh


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