Chlefele ist jetzt offiziell ein Kulturerbe

SCHWYZ ⋅ Die «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» ist vor wenigen Tagen um einen bedeutenden Innerschwyzer Brauch erweitert worden. Neu ist auch Chlefele im Web-Inventar aufgelistet.

30. Juni 2018, 19:56

Die Einsiedler Wallfahrt und das Greiflet hatten es bereits 2012 auf die Liste der lebendigen Traditionen geschafft. Es handelte sich damals um die erste Fassung. Die Schweiz hatte sich nach dem Beitritt zum Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des ­immateriellen Kulturerbes verpflichtet, ein Inventar zu erarbeiten und dieses periodisch zu aktualisieren.

Am 20. Juni wurde ein neuer Eintrag hinzugefügt, der Fastenbrauch des Chlefele. Das freut den Schwyzer Chlefeli-Kenner Röbi Kessler: «Es ist eine Wertschätzung für das Brauchtum», sagte er letztes Jahr zum «Boten», als die Aufnahme ins Archiv angekündigt worden war. Seiner Ansicht nach ist das Chlefelen eine der wenigen Traditionen, die die Kinder für sich machen. Kessler wird im neuen Web-Eintrag als fachliche Kontaktperson angegeben.

Gerade weil das Chlefelen ausschliesslich während der Fastenzeit gepflegt wird, habe es bis heute überlebt, ist Kessler überzeugt. Mit dem Chlefelen hat es auch eine lebendige Tradition, die sich wandelt, auf die Liste der 199 Traditionen geschafft. Röbi Kessler stellt nämlich fest, dass sich die Form der Chlefeli verändert und diese heute nicht mehr angebrannt werden.

Die Kinder komponieren heute auch selber und bringen eigene Rhythmen ein. Im Auftrag der kantonalen Kulturstellen waren in den letzten Monaten Fachpersonen damit beschäftigt, Dokumentationen zu den lebendigen Traditionen zu erarbeiten. sc/gh

Der Eintrag im Web-Inventar samt Link zum PDF kann hier abgerufen werden:
http://www.lebendige-traditionen.ch/traditionen/00346/index.html?lang=de


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