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Kanton Schwyz

Rotes Kreuz: «Können voraussichtlich Ende 2026 schwarze Null schreiben»

Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Schwyz hat sich im August von seinem Geschäftsführer getrennt. Nun ist die Nachfolge bestimmt. Im Interview erklärt Präsident Lorenz Bösch, was man unternimmt, um die Kosten zu senken.
Das SRK Kanton Schwyz möchte sein Angebot teils ausbauen, wie Präsident Lorenz Bösch (kleines Bild) erklärt.
Bild: zvg

Das SRK Kanton Schwyz hat mit Sandra Wierenko eine neue Geschäftsleiterin. Warum haben Sie die Stelle der Geschäftsführung vorher nicht öffentlich ausgeschrieben?

Sandra Wierenko hat Anfang August die Leitung der Zentralen Dienste übernommen. Sie überzeugte den Vorstand und das Leitungsteam durch ihre rasche Auffassungsgabe, ihre Persönlichkeit und ihre Arbeitsweise. Mit ihrer Berufung zur Geschäftsführerin ist es möglich, die Führungsstruktur zu optimieren. Die Leitung der Zentralen Dienste kann mit der Geschäftsführung zusammengelegt werden. Dies ermöglicht eine Kostenoptimierung. Generell müssen die Kosten optimiert werden, damit diese mit dem Eigenertrag aus Dienstleistungen und den Spenden in einem Gleichgewicht stehen.

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In Ihrer jüngsten Mitteilung hiess es, dass das SRK den Standort in Siebnen «verkleinern» und Arbeiten in Schwyz zentralisieren wird. Wie vielen Mitarbeitenden in Siebnen wurde gekündigt?

Der Standort in Siebnen ist überdimensioniert. Das gemietete Objekt wird aufgegeben. Dafür wollen wir an einem anderen Standort im äusseren Kantonsteil ein kleineres Büro eröffnen. Dazu sind wir auf der Suche. Die Führungen der Abteilungen Notruf und Fahrdienst werden in Schwyz zusammengelegt, um diese aus einer Hand steuern zu können. Auch dabei geht es um Prozess- und Kostenoptimierung. Das geplante neue Büro wird als Anlaufstelle für Kundengespräche und für Gespräche mit Mitarbeitenden in Ausserschwyz dienen. Den verbliebenen Mitarbeitenden in Siebnen, die ausschliesslich für den Notruf oder für den Fahrdienst arbeiten, wurde das Angebot unterbreitet, am Standort Schwyz zu gleichen Konditionen weiterzuarbeiten. Leider wurde dieses Angebot nicht angenommen, was zu einer Ergänzung des Personals in Schwyz führte.

Sind Kündigungen vorgesehen?

Nein, es sind keine Kündigungen vorgesehen.

Ist ein Abbau des Angebots beschlossen oder vorgesehen?

Es ist vorgesehen, 2026 das Angebot im Bereich von Bildung und Chili, dem Konflikttraining, sowie von Entlastungsdienst und Notruf auszubauen. Zu diesem Zweck wurde eine interne Arbeitsgruppe gebildet, die das Ziel hat, das bestehende Angebot mit weiteren Ideen zu ergänzen. Zudem führen wir neu eine Fachstelle für Demenzberatung im Auftrag des Kantons.

2023 hatte das SRK Kanton Schwyz 26 Vollzeitstellen, 2024 waren es 25. Um wie viele Stellenprozente wurde der Stellenetat nun gekürzt, seit der frühere Geschäftsleiter weg ist?

Dank der Anpassung von Ablauf- und Aufbauorganisation werden bis März im Rahmen des Optimierungsprojektes 290 Stellenprozent eingespart. Diese Einsparung wurde aufgrund der erwähnten Optimierungen möglich und erfolgt beziehungsweise erfolgte mehrheitlich auf natürliche Fluktuation – Kündigungen vonseiten der Mitarbeitenden und Pensionierung.

Welche weiteren Massnahmen zur Kostensenkung sind im Tun?

2024 beschloss der Vorstand, die Ergotherapie des SRK Schwyz aufgrund der zu hohen Restfinanzierungsbelastung zu schliessen. In einem zweiten Schritt beschloss der Vorstand ein Optimierungsprojekt zur Verschlankung der Abläufe und Prozesse. Dieses wird durch Andreas Kümin, Inhaber Kümin Group AG und Vorstandsmitglied SRK Schwyz, sowie Marco Cantele, CEO Kümin Group AG, in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand geführt.

Was konnte dabei schon umgesetzt werden?

Im laufenden Jahr konnten schon grundlegende Optimierungen im Bereich der Ablauf- und Aufbauorganisation vorgenommen werden. Weitere Anpassungen in der Organisation folgen noch. Dazu ist eine Migration der IT-Umgebung auf eine nationale Lösung des SRK im Verlaufe von 2027 erforderlich. Auch dadurch können Kosten und Risiken vermindert werden.

Wann erwarten Sie eine schwarze Null?

Unter der Annahme einer unveränderten Marktlage sowie eines unveränderten Spendenaufkommens werden wir voraussichtlich Ende 2026 ein positives Ergebnis ausweisen können.

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