Kolumne

Frühlingserwachen im Dorf

Wenn sich die erste Frühlingssonne zeigt, ist es, als ob das ganze Dorf aus seinem Winterschlaf aufwacht – und zwar mit einem ordentlich lautstarken Putz-Sinfonieorchester. Anstatt dem nervtötenden Sound der Laubbläser lauschen zu müssen, ertönen nun die harmonischen Klänge der Hochdruckreiniger. Ja, der Frühlingsputz ist in vollem Gange! Die Blumen feiern ein Farbenmeer auf Balkonen und in Gärten. Die Nachbarn ersetzen die winterliche Stille durch fröhliches Geplauder beim Gärtnern. Wer hätte gedacht, dass das Unkrautjäten so gesellig macht? Diese harmonische Szene ist mehr als nur ein Fest für die Augen – sie erzählt von der Wärme des Miteinanders und der tiefen Verbundenheit, die die Menschen im Dorf miteinander teilen. Auch ich bin ein treuer Anhänger dieser frühlingshaften Tradition. Neue Saison, neuer Anfang für Geist und Haus! Die Winterschuhe, die in einer Ecke verstaubten, weichen nun brav den Flip-Flops. Der Duft von Marseille-Seife erfüllt mein Zuhause und weckt Erinnerungen an vergangene Ferien in Frankreich. Mit jedem Bügeln der 1001 Hemden träume ich mich in warme Urlaubstage und lasse die Arbeit fast wie von selbst geschehen. Nach stundenlangem Putzen und Entrümpeln blicke ich triumphierend auf das Ergebnis meiner Mühe: strahlend saubere Fenster und ordentlich aufgeräumte Räume. Doch wie aus dem Nichts spaziert mein Hund in mein frisch geputztes Paradies – und zwar so dreckig, als hätte er gerade ein Mud-Wrestling-Turnier gewonnen! Mit einem kräftigen Schütteln seines nassen Fells katapultiert er Tausende von Wasserperlen gegen meine frisch geputzten Fenster. Na gut, fangen wir mal wieder von vorne an!

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