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Schwyz

Erste Ideen für leeres KV-Gebäude: Asylbewerber statt KV-Stifte? 

Letzte Woche wurde bekannt, dass die Berufsschule neu ins Kollegium Schwyz zügeln wird. Das schafft Platz für die Ausbildung von Asylsuchenden, überlegt sich die Regierung.
Wo heute junge KV-Stifte unterrichtet werden, könnten dereinst Asylbewerbende zur Schule gehen.
Bild: Jürg Auf der Maur

Die Kaufmännische Berufsschule (KBS) soll ins Kollegium Schwyz umziehen. Das gab die Schwyzer Regierung letzte Woche bekannt. Begründet wird der Schritt zum einen mit der Tatsache, dass im Kollegium noch viel leer stehender Raum vorhanden ist, zum andern aber auch mit dem grossen Investitionsbedarf, der im KBS-Gebäude besteht.

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Jetzt wird klar: Die Regierung hat bereits erste Ideen, was mit dem KV-Gebäude passieren könnte. «Die Freispielung des bisherigen KBS-Schulhauses eröffnet zusätzliche strategische Optionen», heisst es dazu im entsprechenden Regierungsbeschluss. Als «kurz- und mittelfristige Möglichkeit» werde in Betracht gezogen, «dort die Beschulung/Kurse für Personen aus dem Asylbereich durch die AOZ (Asyl-Organisation Zürich) durchzuführen». Wo heute Jugendliche ihre kaufmännische Schulausbildung bekommen, könnten dereinst Asylbewerbende die Schulbank drücken.

Wird voraussichtlich abgerissen, sobald das neue Verwaltungszentrum im Kaltbach steht: Das frühere Lehrersemi-Gebäude (hinten) in Rickenbach.
Bild: Jürg Auf der Maur

Es handle sich, präzisiert die Regierung, dabei um Jugendliche und Erwachsene mit dem Status F, S und B, welche bereits einen Asyl- oder Schutzentscheid hätten und im inneren Kantonsteil entweder noch in einer kantonalen Struktur untergebracht oder schon in einer Gemeinde wohnhaft seien. Diese Lektionen finden bisher im ehemaligen Lehrerseminar in Rickenbach statt.

Altes Semi steht vor dem Abbruch

Auch zur Zukunft des dannzumal leeren Semis hat die Regierung bereits konkrete Ideen. Spätestens mit der Eröffnung des neuen Verwaltungs- und Sicherheitszentrums Kaltbach müsse dieses Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden, respektive werde es «voraussichtlich abgerissen». Daneben bliebe im ehemaligen KV-Schulhaus aber auch noch Raum «für (eingemietete) öffentliche Nutzungen durch Dritte, etwa für die Jugendarbeit», hält die Regierung in der kantonsrätlichen Botschaft weiter fest.

Sicher ist für die Regierung schon heute: Im Hinblick auf die weiteren, niederschwelligeren Nutzungen müsste teilweise noch eine Erdbebensanierung vorgenommen werden. Eine solche könnte, so die Regierung, bei einem Leerstand des Gebäudes einfacher und effizienter ausgeführt werden. Zusammen mit dem allenfalls notwendigen Ersatz von Elektroanlagen kämen rund 700’000 Franken weitere Kosten dazu. Längerfristig könnte auch die Unterbringung «anderer kantonaler Aufgabenbereiche oder eine Veräusserung der Liegenschaft oder die Abgabe eines Baurechts an eine dritte, primär staatliche Körperschaft in Betracht gezogen werden».

Kollegi-Entscheid wird abgewartet

Das Spektrum für die zukünftige Nutzung des heutigen KBS-Gebäudes sei jedenfalls breit. «Die Bandbreite reicht von einer vollständigen Sanierung mit oder ohne zusätzlichen Dachstockausbau bis hin zu einem Ersatzneubau mit maximal realisierbarem Raumvolumen», hält die Regierung fest. All die offenen Fragen sollen aber erst konkret angegangen werden, wenn die KV-Integration im Kollegi definitiv entschieden sei.

Absage für 10-Millionen-Investition

Ein Weiterbetrieb des KV-Gebäudes würde – neben der Erdbebenertüchtigung – eine umfassende Sanierung bedingen. Diese würde auf rund zehn Millionen Franken zu stehen kommen.

Damit könnten zwar die beiden Schulen – KV und Kollegi – ihre Eigenständigkeit bewahren, gleichzeitig könnten aber weder betriebliche noch bauliche Synergien genutzt werden. Aus diesen Gründen will die Regierung darauf verzichten und beantragt die KV-Züglete ins Kollegi.

Nicht zuletzt würden sonst grosse Summen in ein Gebäude investiert, «das für die Schule inskünftig keine weiteren räumlichen Ausbaureserven mehr bieten könnte». Zudem müsste das KV während der Bauzeit temporär ins Kollegi-Gebäude verlegt werden. Dieses wiederum bliebe «unterbelegt». (adm)

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