
«Es ehrt mich, dass ich als Basler in Zürich einen Top-Döner etabliert habe.» Mit diesen Worten verabschiedete sich der Schweizer Influencer Zeki Bulgurcu im Februar von seiner Beteiligung an den Döner-Restaurants «Zekis World». Dies nicht einmal zwei Jahre, nachdem Hunderte seiner Fans im Mai 2024 bei der Eröffnung die erste Filiale in Zürich-Oerlikon gestürmt hatten.
Influencer wie Steve Merson machten für «Zekis World» Werbung
Als Grund für den Verkauf seiner Anteile gab Zeki an, sich auf andere Projekte konzentrieren zu wollen. Etwa sein neues Papi-Dasein. Seine Filialen in Zürich und Basel würde ein neuer Besitzer übernehmen und umbenennen. An wen Zeki seine Anteile verkauft hat, ist nicht bekannt.
Kunden berichten von Durchfall
«Erlebe das Geschmackserlebnis der Extraklasse!», so lautete der Slogan der Restaurantkette. Ob Zeki dieses Versprechen einhalten konnte, ist fraglich. Auf Google Maps kann die Filiale in der Zürcher Langstrasse gerade einmal eine Bewertung von 3,6 Sternen vorweisen. Für den Standort Oerlikon sieht es noch schlechter aus: Die über 1000 Bewertungen geben Zekis Döner einen Schnitt von 3,5 Sternen.

Auffällig ist, dass die Bewertungen in den letzten Monaten vor Zekis Austritt aus der Gastronomie zunehmend schlechter geworden sind. Die Hauptkritikpunkte: lange Wartezeiten und abnehmende Qualität des Essens seit Eröffnung. Mehrere Kommentarschreibende weisen zudem darauf hin, dass sie nach dem Essen Magenbeschwerden bis hin zu Durchfall gehabt hätten.

watson hat Zeki Bulgurcu mit dieser Kritik konfrontiert. Eine Antwort haben wir bis Redaktionsschluss keine erhalten. Tatsache ist: «Zekis World» in Oerlikon wird online inzwischen als «dauerhaft geschlossen» ausgewiesen. Auf Lieferservice-Plattformen wie UberEats und JustEat kann man bei keiner Filiale mehr etwas bestellen. Und alle Posts des Instagram-Kanals «zekisworld_restaurant» sind inzwischen trotz 16'500 Followern gelöscht.

Zweiter Misserfolg?
Es wäre nicht das erste Projekt ausserhalb von Social Media, das für Zeki Bulgurcu nicht zum Fliegen gekommen ist. Im Sommer 2023 lancierte der Influencer zusammen mit der Unternehmerin Yaël Meier und dem Komiker Manu Burkart die Plattform «Jobshot». Diese sollte «eine Art Tinder für die Jobsuche» darstellen und den Arbeitsmarkt «revolutionieren». Doch wie eine Recherche des «Tages-Anzeiger» zeigte, fanden Arbeitssuchende nur wenige Inserate vor und Unternehmen kaum passende Bewerbende.
Auch für «Jobshot» hagelte es negative Bewertungen im App-Store, denen Zeki mit einem Gewinnspiel entgegenzuwirken versuchte. So verloste er 500 Franken unter allen seinen Followern, welche die App mit 5 Sternen bewerteten. Im Nachgang entschuldigte sich Zeki für diesen Beeinflussungsversuch.
Aktuell ist die Website jobshot.ch nicht mehr erreichbar. Wie ein Blick ins Handelsregister zeigt, haben alle «Jobshot»-Gründer – Zeki, Burkart, Meier sowie Meiers Partner Jo Dietrich – bis im Dezember 2025 den Verwaltungsrat des dahinterstehenden Unternehmens Stareerz AG verlassen. (aye, watson.ch)