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Sonntagspresse

Wohncontainer für Flüchtlinge statt für Schulen, Tests und obligatorische Kurse für E-Bike-Fahrer und wie umgehen mit den Gefahren von KI?

Weil die Wohncontainer für Flüchtlinge gebraucht werden, müssen die Schulen erstmal warten. Senioren sollen, wegen der vielen Unfälle, zukünftig einen Test oder einen Kurs für E-Bikes absolvieren und Albert Rösti plädiert für eine KI-Regulierung – die News der Sonntagspresse. 

Die steigenden Flüchtlingszahlen stellen die Gemeinden vor grosse Herausforderungen, das schreibt die «NZZ am Sonntag» . Diese bringen die Geflüchteten zunehmend in Containern unter. Dazu wurden landesweit innert Jahresfrist 2500 bis 3000 Wohncontainer verbaut, doppelt so viele wie 2022. Das führt zu Problemen bei den Schulen, die ebenfalls auf Container angewiesen sind. «Wenn wir in den Asylbereich verkaufen, dann nehmen wir bei den Schulen Kapazitäten weg», sagt Olivier Annaheim, CEO der Marktführerin Condecta. Gemeindevertreter bestätigen den Zielkonflikt. «Containerlösungen können durchaus in Konkurrenz zu anderen temporären Bauprojekten beispielsweise der Volksschule stehen», sagt Jörg Kündig, Präsident des Verbandes der Zürcher Gemeindepräsidien.

Container für Flüchtlinge.
Bild: Bild: Keystone

E-Bikes: Senioren sollen zum Fahrtest oder in obligatorische Kurse

Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Unfälle mit ­E-Bikes fast verdoppelt, allein letztes Jahr starben 23 Menschen. Besonders gefährdet sind ältere Personen. Jetzt reagiert der Bund. Er lässt laut «SonntagsZeitung» derzeit einen Katalog «zur notwendigen Fahreignung, Fahrkompetenz und Fahrfähigkeit» erstellen – differenziert nach Alterskategorien. Die Massnahmen wurden notwendig, weil der Boom bei den E-Bikes weiter anhält. Allein im letzten Jahr wurden 220’000 Elektrovelos verkauft

Ein E-Bikes ist bequem aber nicht ungefährlich.
Bild: Bild: Keystone

Albert Rösti: «Schweiz benötigt eine KI-Regulierung»

«Für die Medien wird es künftig noch viel schwieriger mit der Wahrheitssuche», sagt Medienminister Albert Rösti im Interview mit der «NZZ am Sonntag» . Er ist überzeugt: Die Welt werde in Zukunft eine andere sei. «Man kann heute ja zum Beispiel schon mittels KI irgendeine Person etwas mit meiner Stimme sprechen lassen.» Er sei letzte Woche in London an einer Ministerkonferenz zum Thema gewesen. «Alle schätzen das Risiko der Desinformation als grösstes Risiko überhaupt ein.» Wie soll die Schweiz dieser Herausforderung begegnen? «Ich bin klar der Meinung, dass die Schweiz eine KI-Regulierung benötigt», sagt Rösti. Es brauche wohl auch so etwas wie eine Beschwerdeinstanz. Der SVP-Medienminister kündigt an: «Wir werden dem Bundesrat bis Mitte nächstes Jahr eine Auslegeordnung vorlegen.»

KI kann helfen, birgt aber auch Gefahren.
Bild: Bild: Keystone

Präventionsexperte kritisiert Schweizer Bischöfe

Der Präventionsbeauftragte des Bistums Chur, Stefan Loppacher, kritisiert die Schweizer Bischöfe. Sie hätten nur teilweise den Ernst der Lage begriffen, sagt Loppacher im «SonntagsBlick»-Interview . «Die wirklich heiklen Fragen versucht man weiter zu umschiffen. Niemand spricht von den konkreten Risiken. Ich sehe an der Spitze noch keine Debatte zu Sexualmoral, überhöhtem Priesteramt, gefährlichen Ideologien oder zum Umgang mit Macht. Genau hier setzt wirksame Prävention an.» Auch werde zu wenig über den spirituellen Machtmissbrauch gesprochen. «Es gibt Priester in der Schweiz, die Menschen mit der Hölle drohen und mit Drohkulissen gefügig machen. Teilweise geht es zu wie bei Salafisten: Wenn du dich nicht an die Regeln hältst, bist du des Teufels! Die katholische Kirche hat ein Sektenproblem – darüber müssen wir sprechen.»

Die Kirche muss sich ihren Problemen stellen.
Bild: Bild: Keystone

Konkret nannte Loppacher die Gruppierung «Servi della Sofferenza», die «Diener des Leidens». Diese bestehe aus einer autoritären Führung mit guruhaften Ansprüchen und einem starken Personenkult. «Es gibt einen Absolutheitsanspruch nach dem Motto: Wir sind die Einzigen, die im Besitz der Wahrheit sind – alle anderen liegen falsch. Kritik wird unterbunden, die soziale Kontrolle ist massiv, und die Leitung weiss praktisch alles – von intimsten Gedanken bis zu den finanziellen Verhältnissen.» (has)