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Kommentar

Wir haben keine Zeit für utopische Klimapolitik

Das Nein zur Umweltverantwortungsinitiative war ein Flop mit Ansage. Statt über unrealistische Forderungen zu diskutieren, sollten wir den Fokus lieber aufs Machbare setzen. Unser Kommentar.
Magdalena Erni, Co-Präsidentin der Jungen Grünen, zeigte sich stolz - trotz Niederlage.
Bild: Peter Klaunzer / Keystone

Wird eine Volksinitiative abgelehnt, findet man keine Verlierer. Allein die Tatsache, dass über ihr Anliegen breit diskutiert wurde, stellen die Initianten jeweils als Gewinn dar.

So tun das auch die Jungen Grünen, deren Umweltverantwortungsinitiative an der Urne keine Chance hatte. Doch Fakt ist: Der Jungpartei und ihren Verbündeten ist es kaum gelungen, ihre Forderung ins Gespräch zu bringen.

Die Forderung der Initiative, sie war nicht nur schwer greifbar, sondern vor allem eins: utopisch. Ein Ja hätte bedeutet, dass die Wirtschaft innert zehn Jahren komplett hätten umgekrempelt werden müssen.

Man muss der Initiative zugutehalten, dass sie einen wunden Punkt trifft: Viele sprechen sich für mehr Umweltschutz aus - doch wer zahlt den Preis dafür? Es bringt nichts, Forderungen zu stellen, die nicht umsetzbar sind. Eben gerade, weil die Zeit drängt.

Stattdessen wäre es sinnvoller, Energie und Engagement für Massnahmen einzusetzen, die realistisch und mehrheitsfähig sind. Die Schritte in Richtung Klima- und Umweltschutz fallen so zwar kleiner aus. Doch immerhin gehts vorwärts.