Das Weltwirtschaftsforum 2026 sei «bigger and better than ever», grösser und besser als je zuvor. Das sagte Donald Trump vor seiner Abreise. Gönnerhaft tätschelte er seinem Landsmann Larry Fink, dem neuen Co-Präsidenten, die Hand. «Well done, Larry.»
Trump gefiel es. In Davos drehte sich alles um ihn. Doch eine klare Mehrheit der Teilnehmenden wirkte irritiert, viele gar angewidert vom «World Trump Forum». Diese Diagnose erlaube ich mir als Journalist, der seit 2003 an jedem WEF dabei war.

«Bigger» war das WEF nicht. Die Teilnehmerzahl liegt seit Jahren bei rund 3000. Grösser waren nur die Egos auf der Bühne.
«Better than ever» war es erst recht nicht. Was macht Davos aus? Gründer Klaus Schwab verstand das Forum als Plattform für unterschiedliche Sichtweisen und Anspruchsgruppen. Der Greenpeace-Chef und der CEO eines Ölkonzerns sassen auf demselben Podium. Diesmal gab es vor allem Monologe und gegenseitige Huldigungen.
Die neue Führung des WEF hat sich den Amerikanern unterworfen und dessen Seele verkauft. Ihre Firmen, ihre Themen dominierten wie nie. Bei Trumps zweitem Auftritt im grossen Saal prangte am Rednerpult nicht das WEF-Logo, sondern das Emblem des US-Präsidenten. Als Moderatorin fungierte – kein Witz – Trumps Pressesprecherin.
Unwürdig war, dass Ukraines Präsident Selenski erst am vierten Tag und kurzfristig anberaumt einen Auftritt erhielt. Wohl durch die Gnade von König Trump.
Im Nachhinein sieht man, wie geschickt Klaus Schwab, bei allen Unzulänglichkeiten, das Kongressschiff in all den Jahren navigierte. Was der Professor konnte, kann der Businessman Larry Fink ganz offensichtlich nicht. Wenn er selbst moderiert, spricht er am liebsten über sich selbst. Nicht einmal die Zeit hat er im Griff.
Nun ist der andere Co-Präsident gefragt. Der Schweizer André Hoffmann war auf der Bühne kaum präsent. Gut informierte Quellen sagen: Hoffmann ist alles andere als glücklich mit dem Verlauf dieser Woche. Er sollte jetzt seine Analyse schonungslos in die Gremien tragen.
Hoffmanns Auftrag ist ein doppelter. Zusammen mit seinem Schweizer Verbündeten im Stiftungsrat, Philipp Hildebrand, sollte er erstens dafür sorgen, dass das WEF zu seiner Ursprungsphilosophie zurückfindet. Und zweitens sicherstellen, dass der Anlass in Davos bleibt.
So wie er diese Woche war, könnte er genauso gut in den USA stattfinden. Dieses WEF hatte nichts mehr mit dem «Geist von Davos» zu tun.


