Umfrage

Was Schweizer vom Kauf einer Klimaanlage abhält

In jedem zweiten italienischen Haushalt surrt eine fest verbaute Klimaanlage. In der Schweiz hat nur jeder zehnte Haushalt eine. Das sind die Gründe.
Lieber fächeln statt kühlen: Schweizerinnen und Schweizer sind Klimaanlagen-Muffel.
Bild: Adobe Stock

Dieser Sommer ist eine nicht enden wollende Hitzewelle. Selbst nachts fällt das Thermometer selten unter 19 Grad. Das hat auch in der Schweiz zu einem Run auf Klimaanlagen geführt - viele Händler sind ausgeschossen.

Dennoch gibt es hierzulande weiterhin grosse Vorbehalte gegenüber Aircondition: Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Schweizer Onlinehändlers Galaxus kühlen nur 10 Prozent der Haushalte ihre Wohnung auf diese Art. Ventilatoren sind mit rund einem Drittel ebenfalls weniger verbreitet als in den übrigen untersuchten Ländern.

Deutsche fürchten die Kosten

Die Schweizer sind damit die Klimaanlagen-Muffel Europas: In Italien hat mehr als die Hälfte aller Haushalte so ein Gerät, in Frankreich ist es jeder dritte, in Österreich jeder vierte. Ähnlich skeptisch wie wir Eidgenossen sind nur noch die Deutschen.

Allerdings aus anderen Gründen: In Deutschland halten vor allem Anschaffungs- und Stromkosten vom Kauf einer Klimaanlage ab (39 und 48 Prozent). In der Schweiz hingegen spielt das Geld keine Rolle – sondern das Gewissen. 36 Prozent der Befragten geben an, auf eine Anlage zu verzichten, weil das nicht ökologisch sei. Das ist der höchste Wert aller fünf Länder. 22 Prozent fürchten zudem, dass sie ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen tun.

Jeder dritte Franzose schläft nackt

Statt auf technische Kühlung setzen die meisten Schweizerinnen und Schweizer auf einfache Massnahmen. Vier von fünf Befragten lüften frühmorgens und halten tagsüber Fenster geschlossen. Zwei Drittel nutzen Rollläden, Jalousien oder Markisen, um die Wärme draussen zu halten.

Auch nachts unterscheiden sich die Gewohnheiten. Zwei von drei Schweizerinnen und Schweizern schlafen bei geöffnetem Fenster. Rund die Hälfte verwendet leichtere Bettwäsche und luftigere Pyjamas oder dunkelt das Schlafzimmer tagsüber ab. Nackt schlafen hingegen nur 22 Prozent. In Frankreich ist es ein Drittel.

Für die Umfrage befragte Yougov 2616 Personen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Interessant: Auch, ab wann die Hitze unerträglich wird, unterscheidet sich. In vier der fünf Länder liegt die Schmerzgrenze bei 26 bis 27 Grad Raumtemperatur. Nur die Italienerinnen und Italiener reagieren gelassener: Dort stört jede vierte Person die Hitze erst ab 28 bis 29 Grad. (sf)

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