Crans-Montana

«Das Wallis ist das schlechte Gewissen der Schweiz»

Nach dem Brand von Crans-Montana geht es plötzlich nicht mehr um die Opfer, sondern um angebliche «Wallisereien». Filz, Fatalismus, Vetternwirtschaft: Der Alpenforscher Boris Previšić sagt, warum das Wallis zum Prügelknaben wird – und weshalb die Schweiz damit vor allem von eigenen Versäumnissen ablenkt.
Die Trauernden legen Kerzen und Blumen an einer Gedenkstätte vor der Bar nieder.
Foto: Maxime Schmid/AFP

Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana spricht die Schweiz weniger über die Opfer als über das Wallis. Über Vetternwirtschaft und «Wallisereien», die sogar alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, selbst im Wallis aufgewachsen, kritisiert. Boris Previšić, Sie forschen seit Jahrzehnten zu Selbst- und Fremdbildern im Alpenraum und in Europa. Wie ordnen Sie solche Vorwürfe ein?

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