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Wahlen

Aline Trede dürfte Sprung in die Berner Regierung schaffen – SVP zieht im Parlament davon

Die Hochrechnungen zu den Wahlen im Kanton Bern zeigen: In der Regierung kommt es zum Duell zwischen SVP und SP, im Parlament verlieren die Zentrumsparteien.
Grünen-Fraktionschefin Aline Trede zieht wohl in die Berner Kantonsregierung ein.
Bild: Keystone

Der Kanton mit den zweitmeisten Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz wählt. Doch das Interesse an den Wahlen in Bern war im Vorfeld mau geblieben. Grosse Verschiebungen zeichneten sich nicht ab. Nun zeigen Hochrechnungen des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des Kantons: Die Bisherigen dürften die Wiederwahl problemlos schaffen. Astrid Bärtschi (Mitte) liegt an der Spitze, gefolgt von Evi Allemann (SP), Philippe Müller (FDP) und Pierre Alain Schnegg (SVP).

Von den neuen Kandidierenden schneiden Raphael Lanz (SVP) als Fünftplatzierter und Aline Trede (Grüne) als Sechstplatzierte am besten ab. Trede sitzt aktuell im Nationalrat und führt die Grünen als Fraktionschefin. Gemäss der zweiten Hochrechnung von 17 Uhr kommt sie auf 59 Prozent der Stimmen und nimmt die Hürde des absoluten Mehr relativ problemlos. Damit dürfte klar sein: Die Grünen verlieren im Bundesparlament eine weitere Führungsfigur, nachdem bereits der frühere Parteipräsident Balthasar Glättli Anfang Monat den Sprung in die Stadtzürcher Regierung schaffte.

Hinter Trede kommt es bei den Berner Regierungsratswahlen zu einem Zweikampf zwischen dem Langenthaler Stadtpräsidenten Reto Müller (SP) und dem Zollikofer Gemeindepräsidenten Daniel Bichsel (SVP). Beide liegen mit 54 Prozent praktisch gleichauf. Der Fehlerbereich liegt bei 2 Prozentpunkten.

In der siebenköpfigen Berner Kantonsregierung halten SP und SVP aktuell je zwei Sitze, FDP, Mitte und Grüne je einen. Wenn sich Bichsel vor Müller platziert, würde die SVP der SP einen Sitz wegschnappen. Andernfalls bliebe alles beim Alten. Die Schlussresultate werden für den frühen Abend erwartet.

Rechtsrutsch im Parlament, Zentrumskräfte verlieren

Gewählt werden am Sonntag auch alle 160 Sitze des Berner Kantonsparlaments. Hier zeichnet sich ein Rechtsrutsch ab, wie die Hochrechnungen des Forschungsinstituts gfs.bern zeigen. Demnach könnte die SVP ihre Vormachtstellung zementieren und acht Sitze hinzugewinnen (neu: 52). Auch der SP als zweitstärkste Kraft gelänge es, drei Mandate zuzulegen (neu: 35). Auf der Verliererseite stehen gemäss Hochrechnung die Zentrumskräfte: EVP (minus 4 Sitze, neu: 5), GLP (minus 3 Sitze, neu: 13) und Mitte (minus 2 Sitze, neu: 10). Bei der FDP, die dank eines Sitzgewinnes neu auf 19 Mandate käme, und bei den Grünen, die mit einem Sitzverlust noch 18 Mandate hielten, sind kaum Verschiebungen zu erwarten.

Die Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen. Der Fehlerbereich beträgt zwei Sitze. Die Endresultate für den Grossen Rat werden am späten Sonntagabend erwartet.

+++ Update folgt +++

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