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US-Afghanistan-Strategie setzt auf ausstiegswillige Taliban-Kämpfer

In Den Haag haben Vertreter aus über 70 Staaten die neue Strategie der USA für Afghanistan erörtert. Afghanistans Präsident Hamid Karsai lobte an der UNO-Konferenz den regionalen Ansatz der US-Strategie unter Einbeziehung von Pakistan und Iran.
Hamid Karzai zufrieden mit US-Strategie
Bild: Keystone

"Endlich sind wir auf dem Weg einer gemeinsamen Strategie, die uns auch gemeinsame Erfolge gewährleistet", sagte auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier. Ähnlich äusserten sich Aussenminister zahlreicher der mehr als 70 vertretenen Staaten.

Der Iran bekannte sich in einer Geste des Entgegenkommens an die USA zu einer begrenzten Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Drogenschmuggel. Irans Vize-Aussenminister Mohammed Mehdi Achundsadeh äusserte sich aber skeptisch zur neuen US-Afghanistan-Strategie. Die Stationierung ausländischer Truppen habe bislang die Lage im Land nicht verbessert, und auch eine Truppenaufstockung werde daran nichts ändern.

Die USA wollen Taliban-Kämpfer dazu bewegen, der Gewalt abzuschwören und die extremistischen Gruppen zu verlassen. Den Aussteigewilligen müssten ehrenhafte Formen der Aussöhnung garantiert werden, forderte US-Aussenministerin Hillary Clinton an der Konferenz. Auch die Rückkehr in ein ziviles Leben müsse unterstützt werden.

Der Plan von US-Präsident Barack Obama sieht einerseits vor, die US-Truppen in Afghanistan um 17 000 Mann auf mehr als 50 000 Soldaten zu verstärken. Auch solle 4000 weitere Militärausbilder entsendet werden. Pakistan kommt eine zentrale Rolle im Anti-Terror-Kampf zu.