Kürzlich gab Joan Baez der Zeitung «La Repubblica» (vor den Demonstrationen in Los Angeles) ein Interview mit dem Titel «Amerika macht mir Angst». Eine Seite des Beitrags zeigte ein Foto einer Demonstration vom Mai 1965 auf dem Trafalgar Square gegen den Vietnamkrieg, bei der Baez auftrat und sang. Musiker engagierten sich, Studenten gingen auf die Strasse. Heute, so sagte Baez, genüge es nicht, «we shall overcome» zu singen, sondern ein neues Lied mit dem Titel «I carry the flame», also man solle Farbe bekennen. Sie sucht Ursachen für das Schweigen und sagt, in den USA sei es für den Einzelnen (auch sie selbst) mit Risiken verbunden, sich kritisch zu äussern. Aber in Europa? Ein abwartendes Schweigen?
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