Graubünden

Mehrere Tote nach Unfall mit niederländischem Reisecar bei Zernez

Der Car war in einem Baustellenbereich auf der Engadinerstrasse unterwegs, als es zum Selbstunfall kam. Die Strasse zwischen Zernez und Susch bleibt gesperrt, die Rettungsarbeiten dauerten bis in die Nacht.

Was ist passiert?

Zwischen Zernez und Susch im Kanton Graubünden ist am Donnerstag ein Reisecar verunfallt. Die Einsatzkräfte sind mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Wie ein Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden gegenüber «Blick» erklärt, sei der Car gegen 16.45 Uhr mit einer Leitplanke kollidiert und über die Strasse gestürzt, bevor er auf der Seite liegen blieb. Derzeit gehe man von einem Selbstunfall aus. Die Unfallstelle soll in einem Baustellenbereich liegen. Gemäss Augenzeugen, war die Fahrbahn an dieser Stelle teilweise nur einspurig befahrbar.

Nach dem Unfall waren gemäss «SRF» unter anderem die Rega, mehrere Ambulanzteams, ein Care-Team sowie die Feuerwehr im Einsatz. Auch die Kantonspolizei St. Gallen wurde beigezogen. Der Rettungseinsatz dauerte bis in die Nacht. Nach Informationen von «SRF» wurde der Car am frühen Freitagmorgen angehoben. Wegen des Unfalls ist die Engadinerstrasse zwischen Zernez und Susch gesperrt.

Die Polizei stellt weitere Informationen zum Unfall im Verlauf des Freitagvormittages in Aussicht.

Gibt es Tote und Verletzte?

Mehrere Personen sind gestorben, wie die Kantonspolizei Graubünden auf ihrer Webseite und auf X mitteilte. Ebenso wurden mehrere Personen verletzt, heisst es dort weiter. Genauere Informationen von offizieller Seite gibt es bisher nicht.

Was ist über die Opfer bekannt?

Beim verunfallten Fahrzeug handelt es sich um ein Car aus den Niederlanden. Die Reisegruppe bestand aus 48 Personen, erklärte eine Pressesprecherin des zentralen Dachverbands der niederländischen Reisebranche ANVR gegenüber «Blick». Berichten zufolge war der Car nach Österreich unterwegs. Alle 48 Insassen sind Niederländer.

Das betroffene niederländische Busunternehmen schreibt auf seiner Webseite: «Wir sind zutiefst erschüttert über den tragischen Busunfall in der Schweiz. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Angehörigen.»

Gegenüber «SRF» sagte die Kantonspolizei Graubünden, die Zahl der Insassen habe sich im üblichen Rahmen für einen solchen Car bewegt.

Wie die niederländische Zeitung «Algemeen Dagblad» berichtete, war der Bus mit der Reisegruppe am Montag Richtung Österreich aufgebrochen. Am Unglückstag habe ein Tagesausflug in die Schweiz auf dem Programm gestanden. Der Bus trug das Logo des Reisebusunternehmens Hartemink aus Eibergen. Eibergen ist eine Ortschaft in der Provinz Gelderland, die nicht weit von der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt liegt.

Guy Parmelin «zutiefst schockiert»

Der Schweizer Präsident Guy Parmelin äusserte sich «zutiefst schockiert und bestürzt» über das Unglück. Die Behörden würden den Unfall umfassend und gründlich aufklären, kündigte er auf der Plattform X an.

(cam/fan/dpa)