Zahlreiche Senatoren der Republikaner haben die Äusserungen von US-Regierungsvertretern zu einer möglicherweise auch gewaltsamen Annexion Grönlands kritisiert. Der frühere Mehrheitsführer Mitch McConnell sagte am Mittwoch (Ortszeit), Drohungen und Einschüchterungsversuche seien kontraproduktiv.
Sein Kollege Thom Tillis aus North Carolina warf Präsident Donald Trumps Vizestabschef Stephen Miller Dilettantismus und Dummheit im Umgang mit Nato-Verbündeten vor. Andere Senatoren hoben zwar die Bedeutung Grönlands hervor, lehnten aber einen Militäreinsatz ab.

US-Aussenminister Marco Rubio hat angekündigt, in der kommenden Woche mit Vertretern Dänemarks über Grönland zu sprechen. Am Mittwoch unterrichtete er US-Senatoren hinter verschlossenen Türen. Über ein mögliches militärisches Vorgehen wollte er nicht sprechen und sagte, Trump habe Grönland schon immer kaufen wollen. Wenn es um die nationalen Sicherheitsinteressen gehe, sei ein militärisches Eingreifen aber immer eine Option.
Der republikanische Repräsentantenhausvorsitzende Mike Johnson sagte, er betrachte Rubios Äusserungen über einen möglichen Kauf Grönlands als Scherz. «Ich denke, er hat eine Bemerkung gemacht, aber mit einem Lächeln», sagte Johnson. «Ich habe das als einen Scherz aufgefasst.»

«Waffentaugliche Dummheit»
Senator John Hoeven sagte, Grönland sei von strategischer Bedeutung, Äusserungen über eine gewaltsame Einnahme des Territoriums würden aber falsch interpretiert. «Eines der Dinge, die Sie vielleicht an Präsident Trump bemerkt haben, ist, dass er unsere Gegner aus dem Gleichgewicht bringt, indem er dafür sorgt, dass sie nicht wissen, was wir tun werden», sagte er.
Senator Rick Scott sagte, Trump sei «auf Grönland fixiert», wolle aber «nicht in den Krieg ziehen». Sein Kollege John Kennedy sagte, in das Gebiet eines Nato-Verbündeten einzumarschieren, wäre eine «waffentaugliche Dummheit». Trump sei aber nicht so dumm und Rubio auch nicht.
Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski sagte, sie hasse die Rhetorik, Grönland entweder durch Kauf oder mit Gewalt zu bekommen. «Ich denke, das ist sehr, sehr beunruhigend», sagte sie. (dpa)
