Seit vier Wochen heisst es für Postkunden Code statt Marke. Per SMS oder über die Smart¬phone-App des gelben Riesen können sie einen Code anfordern und diesen auf dem Couvert notieren. Fr. 1.20 kostet eine solche SMS-Briefmarke. Abgerechnet wird über das Handy-Abo.
Doch bei dem landesweiten Pilotversuch, der auf ein Jahr angelegt ist und technisch von Swisscom und Sunrise unterstützt wird, gibt es vier Wochen nach dem Start massive Probleme.
Ein Test von "SonntagsBlick" zeigt: Sämtliche Briefe, die in unterschiedlichen Kantonen der Deutschschweiz mit A-Post-Code verschickt wurden, kamen zwar rechtzeitig an. Doch Geld verdiente der Postkonzern damit nicht. Denn die im Test verwendeten A-Post-Codes waren frei erfunden. Sie wurden gemäss Musterbeispiel der Post auf den Briefcouverts notiert, aber ohne gültige Frankatur verschickt. Der Pöstler trug sie pünktlich aus, eine Forderung zur Nachzahlung des Portos blieb aus.
Preisüberwacher kritisiert Post
Die Post verspricht nun Besserung. «Bereits in den nächsten Tagen geht die Post zu einer fast 100-prozentigen Überprüfung der SMS-Briefmarken über.» Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert die fehlende Kontrolle: «Wenn es so einfach ist, ein Wertzeichen zu fälschen, ist das schon ein Problem.»
Für die Ausfälle müsse die ehrliche Kundschaft aufkommen. Er rät der Post, den Versuch einzustellen, «solange eine betrügerische Nutzung möglich ist». Ein Übungsabbruch ist für die Post aber kein Thema.