
Am vergangenen Sonntag setzte die Tessiner Polizei der Diebestour ein Ende. Sie verhaftete in Claro bei Bellinzona zwei rumänische Staatsbürger im Alter von 41 und 45 Jahren. Die beiden werden verdächtigt, in mindestens sechs Kirchen in den Kantonen Graubünden und Tessin Geld aus Opferstöcken gestohlen zu haben. Zudem sollen sie auch liturgische Gegenstände – etwa einen Kelch – aus den Gotteshäusern entwendet haben. Auch ein Diebstahl aus einem Self-Service-Laden wird ihnen zur Last gelegt. Die Polizei stellte Bargeld, Silbergegenstände und Einbruchswerkzeug sicher, als sie die beiden Männer und ihr Auto durchsuchte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mehrfachen Diebstahls sowie illegaler Einreise in die Schweiz. Die beiden Männer befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Es ist denkbar, dass die beiden auch in weiteren Kirchen in den Kantonen Tessin und Graubünden, aber auch anderswo, aktiv waren. Die Polizei ruft Kirchen und Pfarreien dazu auf, ähnliche Vorfälle zu melden. Wie viel Geld das Duo aus den sechs Kirchen erbeutete, ist nicht bekannt.
Diebe nehmen immer wieder Opferstöcke ins Visier, die Gläubige mit Geld für gute Zwecke füllen. Im vergangenen Oktober nahm die Schwyzer Polizei zwei Rumänen fest, die es am oberen Zürichsee auf Kirchen abgesehen hatten. Im Januar 2025 stoppte die Zürcher Kantonspolizei drei Rumänen, die Bargeld aus dem Opferstock der Kirche in Pfungen gestohlen hatten.
Einen Seriendieb fasste die Kantonspolizei Graubünden im Jahr 2010. Ein 50-jähriger Slowake gestand, seit 2003 jeweils für mehrere Tage oder Wochen in die Schweiz gereist zu sein, um Opferstöcke zu plündern. Er war im ganzen Land aktiv, mit Schwerpunkt in Graubünden. Laut Polizei zeichnete er für mehr als 50 Opferstockdiebstähle verantwortlich. Der Mann gab an, er habe das Geld für den Unterhalt seiner Familie gebraucht.