«Wir gehen nicht von einem Big Bang aus, sondern erwarten, dass der Flugplan absolut stabil ist. Wir sind guter Dinge, was den Sommer angeht.»
Diese Aussage hat Swiss-Chef Jens Fehlinger diese Woche gemacht, als er die Quartalszahlen der Airline präsentiert hat. Damit hat er für Irritationen gesorgt, da den Fluggesellschaften wegen des Kriegs im Iran ein Mangel an Kerosin droht.
Doch Fehlinger nimmt das alles gelassen und gibt auch gegenüber der «NZZ am Sonntag» Entwarnung und ermutigt zum Buchen der Sommerferien. «Den Preis, den Sie heute zahlen, haben Sie auf sicher.» Er selbst habe seinen Flug für die Sommerferien gebucht und sei sehr entspannt.
So könnte die Swiss bei Kerosin-Mangel reagieren
Doch was ist, wenn es doch anders kommt? Dann könne die Swiss eine Reihe von Massnahmen ergreifen, damit die Passagiere trotzdem fliegen könnten, erklärt der 45-Jährige. Eine Option seien etwa Tankstopps. «Das ist bei den Flughäfen sinnvoll, die gut versorgt sind», sagt Fehlinger.
Ein Beispiel sei Wien. Der Flughafen habe einen guten Zugang zu Kerosin, und Austrian Airlines sei eine Schwesterfluggesellschaft der Swiss. Tankstopps in Wien würden vor allem Sinn machen, wenn man in Richtung Asien unterwegs sei.
Spannend hierbei: Die Muttergesellschaft der Swiss, die Lufthansa, hat vor rund drei Wochen angekündigt, dass sie im Sommer 20'000 Flüge streicht. Die Gründe: Kerosin-Mangel und höhere Preise wegen des Iran-Kriegs.
Swiss muss Personal abbauen
Weniger gute Nachrichten gibt es für die Mitarbeitenden der Swiss: Während die Lufthansa bei den Personalkosten 20 Prozent sparen will, sei die Schweizer Tochter gezwungen, rund 10 Prozent des administrativen Personals abzubauen. Kündigungen soll es allerdings keine geben. Fehlinger sprach im Interview ausschliesslich von freiwilligen Abgängen.
Für die Einsparungen in der Administration setzt die Fluggesellschaft, ähnlich wie beim Kabinenpersonal, finanzielle Anreize. Zum Beispiel erhalte man 20 Prozent des eingesparten Basissalärs, wenn man unbezahlt Ferien beziehe, sagte der Swiss-Chef.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Fluggesellschaft einen Überbestand bei den Flight Attendants hat. Daraufhin sprach die Swiss zwar keine Kündigungen aus, setzte aber auf eine Austrittsprämie für Mitarbeitende, die bis Ende April ihren Job kündigen. Diese soll 15'000 Franken betragen. Gemäss NZZ hätten nun 140 Kabinen-Mitarbeitende die Swiss deshalb verlassen.




