
Ein Umsatzplus von «deutlich über 10 Prozent» und eine operative Marge von 4 bis 5 Prozent – so lautete das Ziel des Schienenfahrzeugbauers Stadler für 2025. Der nun veröffentlichte Zahlenkranz zeigt: Stadler hat Wort gehalten, wenn auch wenig spektakulär. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, die Marge kommt auf 4,4 Prozent zu liegen. 2024 hatte sie 3,1 Prozent betragen, im ersten Semester 2025 gar nur noch 2,6 Prozent.
Das Ergebnis ist nach wie vor von den Folgen der Flutkatastrophe von Valencia belastet, wo im Herbst 2024 rund um Stadlers Fabrik in erster Linie zahlreiche Zulieferer beschädigt oder gar zerstört worden waren. Zusätzlich drücken die laue Konjunktur in Deutschland sowie der starke Franken auf Stadlers Geschäft. Die Aufwertung der Schweizer Währung schmälerte den Umsatz um über 50 Millionen Franken.
Als positive Indikatoren erachtet Stadler zum einen den Auftragseingang, der zwar um 4 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken gesunken ist, aber nach wie vor als «gut» bezeichnet wird. Zum anderen ist der Auftragsbestand weiter gestiegen, um 11 Prozent auf rekordhohe 32,3 Milliarden Franken.
In Berlin soll es vorwärtsgehen
Stadler hat also wie schon in den Vorjahren, als die Wassermassen oder gestörte Lieferketten die Fabrikation und Auslieferung von Rollmaterial beeinträchtigt haben, grundsätzlich alle Hände voll zu tun. 2025 lag die Produktionsleistung bereits um eine Milliarde Franken über dem Umsatz, und für 2026 erwartet Stadler Verkäufe von «deutlich über 5 Milliarden Franken» sowie eine operative Marge von über 5 Prozent.
Für die kommenden Jahre prognostiziert Stadler einen starken Anstieg der Produktionsleistung und des Umsatzes. Dies dank der dick gefüllten Auftragsbücher. Bis Ende 2026 wird zudem der Abruf von bis zu 1500 Wagen für die Berliner U-Bahn erwartet. Dasselbe gilt für den jahrelang verzögerten Auftrag über 350 Berliner S-Bahn-Züge, den Stadler im August 2025 im Konsortium mit Siemens und Deutscher Bahn gewonnen hat.
Die Wassermassen wirken nach
Mittelfristig rechnet Stadler weiterhin mit einer Marge von 6 bis 8 Prozent sowie «einem stabilen Umsatzniveau von über 5 Milliarden Franken». Bisher war von über 5,5 Milliarden die Rede. Der Bahnhersteller baut die Produktionskapazitäten weiter aus; für 2026 werden erneut 250 Millionen Franken an Investitionen in Aussicht gestellt.
Nach der Unwetterkatastrophe in Spanien hat Stadler einen Teil der Lieferketten neu aufgebaut, deren Stabilität verbessert und alternative Beschaffungsquellen erschlossen. Die Folgen der Überflutungen dürften aber «voraussichtlich bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben». Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll von 20 auf 50 Rappen pro Aktie angehoben werden.
