Sparprogramm

Schweizer Fernsehen kippt etablierten «Reporter» aus dem Programm

SRF reduziert erneut den Service public. 38 Stellen fallen weg.

Das Schweizer Fernsehen nimmt die dokumentarische Sendung «Reporter» aus dem Programm. Am Mittwochabend um 21 Uhr strahlt SRF stattdessen ab 2027 den «Kulturplatz» aus.

Damit erhalte das Kulturformat «mehr Sichtbarkeit», teilt SRF mit. Der «Reporter» ist allerdings eine etablierte Sendung. Die rund 30-minütigen Dokumentarfilme sind mehrfach ausgezeichnet worden. Mit der Einstellung des «Reporters» verzichtet SRF auf ein Aushängeschild des Service public: aufwendig recherchierten Dokumentarjournalismus.

Der «Reporter» erreichte im linearen Fernsehen rund 200'000 Zuschauer pro Woche. Das ist kein Spitzenwert, aber auch keine schlechte Quote. Der «Kulturplatz», der bisher um 22.20 Uhr gezeigt wurde, kommt auf lediglich 80'000 Zuschauer.

Das Schweizer Fernsehen will den «Reporter» digital weiterführen. In welcher Form und mit welcher Regelmässigkeit, ist jedoch offen.

SRG verkleinert Sparpaket um 45 Millionen

Das Schweizer Fernsehen teilte am Mittwochnachmittag ausserdem mit, dass es im kommenden Jahr 38 Stellen abbauen werde. Rund die Hälfte davon könne über die natürliche Fluktuation aufgefangen werden.

Die SRG wiederholte ihrerseits am Montagmorgen ihre frühere Ankündigung, im kommenden Jahr 80 Millionen Franken einzusparen. Bei einem Umsatz von 1,55 Milliarden Franken entspricht das rund 5 Prozent des bisherigen Budgets.

Die SRG hat damit das ursprünglich vorgesehene Sparpaket verkleinert. Der Rundfunk hatte geplant, die Ausgaben 2027 um 125 Millionen Franken zu senken. Weil die Werbeerträge hoch sind, fällt die Sparvorgabe nun um 45 Millionen Franken geringer aus.

Die SRG wies zudem darauf hin, dass sie auf den obersten Kaderebenen 20 Prozent der Führungspositionen abbaue. Auf den unteren Kaderstufen gibt es gemäss internen Stimmen keine Reduktion. Die SRG hält dazu fest, dass die entsprechenden Prozesse noch nicht abgeschlossen seien.

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