Iberische Halbinsel

Neue Brände und Evakuierungen in Spanien

Kaum sind die schwersten Feuer unter Kontrolle, lodert es schon an anderer Stelle. Kopfschütteln bereitet die mutmassliche Ursache des bislang grössten Brandes in der Geschichte des Urlaubslandes.

Drei neue Waldbrände halten die Feuerwehren in Spanien in Atem. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner aus der Umgebung der Ortschaft San Cipriano hätten ihre Häuser verlassen müssen. Sie seien vorübergehend in Schulen und Turnhallen untergebracht worden.

Sogar mit Poolwasser wird gelöscht: Brandbekämpfer in der Gemeinde Fermoselle in der Region Zamora.
Bild: EPA

Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner wurden bis Donnerstagmorgen 12 Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.

Kastilien-León schwer getroffen

León und Zamora, beide in der Region Kastilien-León gelegen, hatten schon im vergangenen Jahr schwere Brände erlebt, die Zehntausende Hektar Wald und Buschland zerstörten. Die neuen Feuer fallen mit der vierten Hitzewelle des Jahres zusammen, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Temperaturen von mehr als 40 Grad und starker Wind erschweren vielerorts die Löscharbeiten.

Schwere Waldbränden wüten seit Tagen im im Norden Portugals.
Bild: EPA LUSA

Erleichterung herrschte derweil in der Provinz Castellón an der Levante-Küste: Der grosse Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó, nördlich von Valencia, konnte eingegrenzt werden und breitet sich nicht weiter aus, wie die Behörden mitteilten. Auch dort hatten Tausende Menschen evakuiert werden müssen.

Regierungschef Sánchez will Katastrophengebiet besuchen

Ministerpräsident Pedro Sánchez will heute das Katastrophengebiet in der Provinz Ávila besuchen, wo das bislang grösste Feuer in der jüngeren Geschichte des Landes wütete. Rund 50'000 Hektar wurden dort verwüstet, das entspricht in etwa der Grösse des Bodensees. Mittlerweile ist der Brand eingedämmt. Auch Ávila gehört zur schwer getroffenen Region Kastilien-León.

Verkohlte Vegetation, beschädigte Fahrzeuge und Häuser nach einem Waldbrand in der nordwestspanischen Provinz Zamora.
Bild: AP

Bagger löste verheerendes Feuer in Ávila aus

Auslöser des Brandes dort war nach Medienberichten ein grosser Bagger mit Hydraulik-Hammer, der unerlaubterweise in der Gegend im Einsatz war, um einen Weg für das Vieh anzulegen. Bei den Arbeiten seien Funken entstanden, die das trockene Gestrüpp entzündet hätten, schrieben die Zeitunge «El Mundo» und «El País» unter Berufung auf die Polizei. Diese nahm den Besitzer vorübergehend fest und befragte ihn. Die Ermittlungen dauern an. (dpa)

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