Die renommiertesten Schweizer Hochschulen sind auch die gefragtesten. Viele, die zuvor in den USA studiert haben, würden gerne an eine dieser Schweizer Unis wechseln. So haben sich laut «SonntagsZeitung» etwa an der ETH Zürich letztes Jahr 680 Personen aus den Vereinigten Staaten um einen Masterstudienplatz beworben – eine Zunahme von 46 Prozent zum Vorjahr. Tatsächlich ein Masterstudium angetreten haben 123 junge Menschen, die zuvor in den USA studierten. Ähnlich sieht es beim Lausanner ETH-Pendant, der EPFL, aus: 60 Prozent mehr Bewerbungen aus Amerika als im Jahr davor.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen spielt die Politik von US-Präsident Donald Trump eine Rolle. Gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit strich dieser den «linksradikalen Universitäten» die Mittel zusammen. Das habe viele dazu gebracht, «überhaupt über ein Studium ausserhalb der USA nachzudenken», sagt eine Amerikanerin, die jetzt in Genf immatrikuliert ist. Noch wichtiger sind aber finanzielle Gründe. Ein Studienjahr in den USA kostet schnell einmal 90’000 Dollar. So kommt es, dass Amerikaner selbst in teuren Schweizer Städten wie Zürich oder Genf mit einem Studium Geld sparen und dennoch eine hervorragende Ausbildung bekommen. Aber auch Top-Akademiker ziehen zu uns: An der ETH lehren bald vier neue Professorinnen und Professoren aus Amerika. Und an der Uni Zürich forschen ab Juli eine Nobelpreisträgerin und ein Nobelpreisträger, die jetzt noch am MIT in Boston tätig sind.
Schweizer Banker ergaunert 33 000 Franken – per Strafbefehl verurteilt
Ein Angestellter der St. Galler Kantonalbank hat laut einem Strafbefehl der Bundesanwaltschaft über mehrere Monate internes Wissen genutzt, um sich privat zu bereichern. Darüber berichtet der «SonntagsBlick». Demnach erzielte der damalige Senior-Händler zwischen Mai und November 2023 einen unrechtmässigen Vermögensvorteil von insgesamt 33 095.45 Franken. In seiner Funktion hatte er Zugriff auf ein internes Managementsystem der Bank. Dadurch wusste er frühzeitig, wann ein von der Bank verwalteter Fonds Wertschriften kaufen oder verkaufen würde. Kurz vor der Ausführung entsprechender Fondsaufträge kaufte er über sein persönliches Konto bei Swissquote Derivate. Nach den erwarteten Kursbewegungen verkaufte er die Derivate wieder und erzielte Gewinne. Dieses Vorgehen wiederholte er mehrfach.
Die Bundesanwaltschaft verurteilte den Mann per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 57 600 Franken. Diese wird nur fällig, wenn er innerhalb von zwei Jahren erneut straffällig wird. Zudem muss er eine Busse von 2000 Franken sowie Verfahrenskosten von 3000 Franken bezahlen. Auf Anfrage von SonntagsBlick teilt die St. Galler Kantonalbank mit, dass der betroffene Mitarbeiter nicht mehr für die Bank arbeite. Den unrechtmässig erzielten Betrag von rund 33 000 Franken hat der Verurteilte inzwischen zurückerstattet. Die Bank kündigte an, das Geld an die Bundeskasse zugunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft weiterzuleiten.
Steuern: Ohne Kinder Bonus, mit Kindern Strafe
Die Heiratsstrafe ist bei den Kantonssteuern keineswegs verschwunden – sie trifft vor allem Familien mit Kindern. Eine Analyse der «SonntagsZeitung» zeigt: Kinderlose Ehepaare profitieren in vielen Kantonen sogar von einem Heiratsbonus und zahlen weniger Steuern als unverheiratete Paare. Doch mit Nachwuchs kehrt sich der Effekt oft um. Eine Durchschnittsfamilie mit zwei Einkommen zahlt etwa in Baselland bis zu 5700 Franken mehr als ein vergleichbares Konkubinatspaar, in Zürich über 3000 Franken. Selbst Experten zeigen sich überrascht. Einzig im Kanton Wallis gibt es die Heiratsstrafe auch für Familien mit Kindern unabhängig von den Einkommen nicht. Die Analyse widerlegt teilweise die Behauptung der Gegner der Individualbesteuerung, die Heiratsstrafe sei auf Kantonsebene weitgehend abgeschafft.
Sorge um Gruyère und Co.: Tierseuche bedroht Schweizer Käse
Die neue Tierseuche Lumpy Skin Disease (LSD) ist hochansteckend und kommt via Frankreich immer näher an die Schweiz heran. In einer Anfang Februar gehaltenen internen Präsentation mahnt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mit drastischen Worten: «Die volkswirtschaftlichen Kosten eines Ausbruchs wären enorm.» Eine beigezogene Handelsexpertin warnt gemäss den der «NZZ am Sonntag» vorliegenden Unterlagen gar vor «katastrophalen Folgen» für die Schweizer Landwirtschaft.
Das Problem ist, dass alle für den Export wichtigen Schweizer Käsesorten aus Rohmilch hergestellt werden. Wird die Schweiz zum Seuchengebiet, dürfte der Export von nicht pasteurisierten Milchprodukten stark eingeschränkt werden. «Gemäss heutiger Regelung wäre es nicht möglich, Rohmilchprodukte aus der betroffenen Region in die EU zu exportieren», sagt der BLV-Direktor Laurent Monnerat gegenüber der «NZZ am Sonntag». Deshalb will der Bund die Seuche auch mit umstrittenen Massnahmen bekämpfen. Falls ein Tier erkranken würde, müssten die Behörden sämtliche Tiere eines Hofes vorsorglich keulen. Solche Notschlachtungen haben in Frankreich zu massiven Bauernprotesten geführt.
Erfolg der Forschung: Die Sterblichkeit bei Krebs sinkt
Noch vor wenigen Jahren galt ein bösartiger Tumor fast unweigerlich als Todesurteil. Heute überlebt mehr als die Hälfte der Betroffenen die ersten fünf Jahre. Seit den frühen 1990er-Jahren sinken die Krebssterblichkeitsraten in der Schweiz, in den USA und vielen weiteren Ländern kontinuierlich. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, sind sich die Experten weitgehend einig: Dieser Trend wird sich fortsetzen. Ausschlaggebend dafür sind moderne Immuntherapien, die das körpereigene Abwehrsystem gezielt gegen Tumorzellen aktivieren, sowie die zunehmende Personalisierung der Behandlung. Dazu kommen verbesserte Früherkennungsprogramme und der wachsende Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Datenauswertung. «Die Investitionen haben sich auf lange Sicht ausgezahlt», sagt der Immunologe Peter Krammer vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
Ausmalbücher für Erwachsene boomen
Das sogenannte «Cozy Coloring» boomt – Ausmalbücher für Erwachsene mit simplen, kindlichen Sujets. Diese Bücher seien in den Orell-Füssli-Filialen derzeit «sehr beliebt», so ein Sprecher gegenüber der «NZZ am Sonntag». Der grösste Buchhändler der Schweiz hat im letzten Halbjahr eine Verzehnfachung der entsprechenden Verkäufe verzeichnet. Christine Lötscher, Professorin für Populärliteratur der Universität Zürich, erkennt im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag» einen Bedeutungswandel. Bücher würden heute zunehmend an ihrem therapeutischen Wert gemessen. Die Menschen versuchten sich einen geschützten Rückzugsraum zu schaffen, in dem sie sich erholen könnten. Dazu diene nun auch das Ausmalbuch.



